Politik

EU soll Dialog mit Türkei suchen Inhaftierter Kavala wird zum Streitschlichter

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Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte fordert seit Jahren Kavalas Freilassung.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Der Fall Kavala führt Ende Oktober zu einem diplomatischen Eklat zwischen der Türkei und der EU. Der inhaftierte Kulturförderer hält Sanktionen aber für das falsche Mittel. Die persönlichen Angriffe seitens Erdogan verurteilt Kavala jedoch scharf.

Nach dem Botschafter-Eklat um seine Inhaftierung hat sich der türkische Kulturförderer Osman Kavala für Dialog ausgesprochen. "Die EU sollte den Dialog mit der Türkei fortsetzen und dabei immer wieder Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit ansprechen", teilte Kavala in einem schriftlich geführten Interview mit dem "Spiegel" mit. "Das ist besser, als gleich zu Sanktionen zu greifen."

Kavala ließ über seine Anwälte zudem eine Erklärung veröffentlichen, in der er persönliche Angriffe auf seine Person beklagte. Er werde in der Öffentlichkeit als böse und finstere Person dargestellt, kritisierte er darin. Ihm seien vier Jahre seines Lebens gestohlen worden.

Kavala ist seit vier Jahren inhaftiert, ohne je verurteilt worden zu sein. Ihm wird in einem Prozess in Istanbul ein Umsturzversuch im Zusammenhang mit den Gezi-Protesten sowie "politische und militärische Spionage" im Zusammenhang mit dem Putschversuch von 2016 vorgeworfen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan greift Kavala auch immer wieder persönlich an.

Europarat fordert Freilassung bis Dezember

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte 2019 bereits Kavalas Freilassung gefordert. Die Türkei ignoriert das Urteil aber bislang. Der Europarat droht dem Land mit der Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens, wenn Kavala nicht bis Dezember freigelassen wird.

Der Fall Kavala hatte vor mehr als einer Woche zu einem diplomatischen Eklat geführt. Zehn Botschaften in Ankara, darunter die deutsche, hatten Kavalas Freilassung gefordert. Erdogan kündigte daraufhin die Ausweisung der Botschafter an, setzte die Drohung aber nicht um.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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