Politik

Schwellenländer widersetzen sich Inselstaaten wollen 1,5-Grad-Klima-Ziel

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In Funafuti, der Hauptstadt von Tuvalu, spielen Kinder auf einem überfluteten Platz. Im Schnitt liegt der Inselstaat zwei Meter über dem Meeresboden.

(Foto: dpa)

Die Verhandlungen auf der Klimakonferenz in Paris verlaufen schleppend. Europa scheint dringendere Probleme als die Erderwärmung zu haben. Doch die Inselstaaten, deren Bewohnern das Meer immer näher rückt, machen jetzt Druck.

Die Forderung von Inselstaaten nach einer Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad rückt zunehmend in den Blickpunkt der UN-Klimaverhandlungen. Konferenzleiter Laurent Fabius unterstützte das Ziel, eine solche Marke im geplanten Klimavertrag zu erwähnen. "Ich hoffe, wir erreichen das", sagte der französische Außenminister. Zuvor hatte sich auch Deutschland dafür stark gemacht.

"Das bedeutet aber nicht, dass man das Zwei-Grad-Ziel einkassiert und durch 1,5 Grad ersetzt", sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth am Rande der Pariser Klimakonferenz. Es gibt allerdings auch heftigen Widerstand. "Da haben wir sehr harte Verhandlungen gesehen von Saudi-Arabien, unterstützt von China, um das zu verhindern", sagte Jennifer Morgan von der Umwelt-Denkfabrik World Resources Institute.

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Nach dem Hurrikan Sandy 2012 war der steigende Meeresspiegel auch in Manhattan zu spüren.

(Foto: dpa)

US-Verhandlungsführer Todd Stern sprach von Gesprächen mit Inselstaaten und anderen, "um einen Weg zu finden, die 1,5 Grad in irgendeiner Weise zu erwähnen". Ziel ist bisher, die Erderwärmung auf unter zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Vertreter aus 195 Ländern wollen dafür bis zum 11. Dezember einen Weltklimavertrag aushandeln.

Es fehlt der Wille zum Kompromiss

Viele Inselstaaten sind besonders dramatisch vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen und fordern deshalb ehrgeizigere Ziele. Fabius sprach von einer Frage des Überlebens. Mit Blick auf stockende Verhandlungen forderte der Franzose mehr Bereitschaft zur Einigung. Notwendig sei "ein Geist des Kompromisses, um voranzukommen". Auch Flasbarth sah noch "keine gigantischen Sprünge". Es könne aber festgestellt werden, "dass es jetzt doch anfängt, sich zu bewegen".

Die Unterhändler sollen sich am Samstag auf einen neuen Textentwurf einigen. Auf dieser Basis übernehmen am Montag dann die Minister die weiteren Verhandlungen. Ob es gelingt, den Text deutlich zu straffen und nur noch wenige offene Kernfragen an die politische Ebene weiterzureichen, war am Freitag jedoch fraglich. Dazu zählen finanzielle Zusagen für arme Staaten und die jeweiligen Klimaschutzverpflichtungen von Industrie- und Entwicklungsländern.

Quelle: ntv.de, ahe/dpa

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