Politik

Ahmed Mansur weiter in Gewahrsam Interpol verbreitete Fahndungsersuchen

328DAC00C5EED57F.jpg3756344800572789307.jpg

In Berlin demonstrieren Menschen für die Freilassung Ahmed Mansurs.

(Foto: AP)

Immer noch ist unklar, was genau dem in Berlin festgesetzten Al-Dschasira-Journalisten Mansur vorgeworfen wird. Die deutschen Behörden stellen nun klar, dass sie wegen eines Interpol-Aufrufs gehandelt haben. Vorwürfe weisen sie zurück.

Der ägyptische Fernsehjournalist Ahmed Mansur ist nach Angaben der Bundesregierung auf der Grundlage eines über Interpol verbreiteten Fahndungsersuchens festgenommen worden, das bereits aus dem Oktober vergangenen Jahres stammt. Nach Angaben des Auswärtigen Amts geht es bei dem ägyptischen Ersuchen nicht nur um das Urteil gegen den Journalisten, sondern auch um weitere Vorwürfe.

Ministeriumssprecher Martin Schäfer kündigte eine "intensive Prüfung" an. Zugleich verwies er darauf, dass die Bundesregierung Entscheidungen der ägyptischen Justiz in den vergangenen Monaten mehrfach kritisiert habe.

Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft prüft, ob sie die Freilassung oder eine Auslieferung Mansurs beantragt. Wie lange die Prüfung dauert, ist nach Justizangaben offen. Ob gegen den prominenten Journalisten Auslieferungshaft verhängt wird, müsste das Kammergericht entscheiden.

Mansur bleibt in Gewahrsam

Mansur sitzt derzeit im Gewahrsam in der Berliner Justizvollzugsanstalt Moabit. Wie ein Gerichtssprecher sagte, handelt es sich nicht um Haft, sondern ein Amtsrichter habe zunächst eine "Festhalteanordnung" getroffen. Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte, dass Mansur vorerst in Gewahrsam bleiben soll.

Offen ist weiter, warum der Journalist des TV-Senders Al-Dschasira erst festgenommen wurde, als er am Samstag von Berlin-Tegel aus Deutschland verlassen wollte und nicht bereits bei der Einreise. Nach Angaben seines Anwalts Fazli Altin kam Mansur bereits Mitte Juni mit einem Flug aus Sarajevo auf dem Flughafen München an.

Unbestimmte Vorwürfe

Mansur und sein Anwalt bestreiten, dass es einen internationalen Haftbefehl gibt. Nach einem Haftprüfungstermin am Sonntag blieb er eine weitere Nacht im Gewahrsam der Berliner Justiz. Zu Einzelheiten will sich die Behörde später äußern.

Mansurs Anwalt Fazli Altin sagte, die Vorwürfe der ägyptischen Behörden seien unbestimmt. Mansur werde beschuldigt, Unwahrheiten verbreitet zu haben, die die innere Sicherheit Ägyptens gefährdeten.

Altin sagte, er hoffe auf einen Gerichtstermin, bei dem der Sachverhalt nochmals überpüft werde. Dabei strebe er zumindest eine Haftverschonung für seinen Mandanten an. Der Anwalt fügte hinzu, nach seiner Kenntnis gebe es kein Auslieferungsabkommen Deutschlands mit Ägypten. Deshalb müsse ein Gericht prüfen, ob bei Auslieferung Gefahr für Leib und Leben des Betroffenen bestehe, was in diesem Fall zweifellos so sei.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa

Mehr zum Thema