Politik
Kurden sehnen sich nach einem unabhängigen Staat. Auch wie hier in Brüssel, gingen die Menschen dafür auf die Straße.
Kurden sehnen sich nach einem unabhängigen Staat. Auch wie hier in Brüssel, gingen die Menschen dafür auf die Straße.(Foto: imago/ZUMA Press)
Mittwoch, 10. Januar 2018

Vermittlung im Kurden-Konflikt: Irak bittet Erdogan um Unterstützung

Seit dem kurdischen Unabhängigkeitsreferendum ist die Lage im Irak angespannt. Kurden gehen weiterhin auf die Straße, um für ein freies Kurdistan zu protestieren. Um die Situation zu beruhigen, hat die irakische Regierung nun die Türkei um Hilfe ersucht.

Die Türkei will sich als Vermittler zwischen der irakischen Zentralregierung und der kurdischen Autonomieregion im Nordirak für einen Abbau von Spannungen einsetzen. "Es gibt Bitten um Vermittlung. Wir werden am 21. Januar nach Bagdad reisen", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Dabei werde es auch um den Konflikt zwischen Bagdad und Erbil gehen.

Das Verhältnis der Zentralregierung zur kurdischen Autonomieregion ist stark angespannt, seitdem die Kurden Ende September in einem umstrittenen Referendum mit großer Mehrheit für die Abspaltung gestimmt haben. In der Folge des Votums startete Bagdad eine Militäroffensive, bei der die Regierungstruppen praktisch alle Gebiete übernahmen, welche die Kurden seit 2014 besetzt hatten, darunter die ölreiche Region Kirkuk.

Der Verlust der Ölquellen bei Kirkuk bringt Erbil um wichtige Einnahmen. Das Fiasko nach dem Referendum hat die Region in eine tiefe politische und wirtschaftliche Krise gestürzt und massive Proteste der Bevölkerung provoziert. Die Türkei hat die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden scharf kritisiert und sich im Streit um das Referendum der Regierung in Bagdad angenähert, zu der zuvor das Verhältnis stark angespannt war.

Quelle: n-tv.de