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Täter des "Speicher-Massakers" Irak richtet 36 Dschihadisten hin

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Ein Soldat betet an einem Massengrab für die Opfer des Speicher-Massakers.

(Foto: REUTERS)

Vor zwei Jahren sterben auf einem Militärstützpunkt nahe Tikrit 1700 Menschen bei einem Massaker. Der IS bekennt sich zu der Gräueltat. 36 Täter werden jetzt im Irak hingerichtet. Die Regierung geht immer häufiger mit Todesurteilen gegen Extremisten vor.

Im Irak sind 36 Dschihadisten hingerichtet worden. Die Männer wurden im Beisein ranghoher Behördenvertreter im Gefängnis von Nassirija erhängt, wie ein Sprecher des Gouverneurs der Provinz Dhikar, Abdelhassan Dawud sagte. Sie sollen vor mehr als zwei Jahren ein Massaker an hunderten Rekruten verübt haben.

Auf dem Militärstützpunkt Speicher nahe der nordirakischen Stadt Tikrit hatten sunnitische Extremisten am 11. Juni 2014 hunderte zumeist schiitische Armeerekruten entführt und anschließend getötet. Bei dem Massaker, zu dem sich die Miliz Islamischer Staat (IS) bekannt, starben Schätzungen zufolge bis zu 1700 Menschen. Laut dem Sprecher des Provinzgouverneurs stammten 400 von ihnen aus der schiitisch geprägten südirakischen Provinz Dhikar.

Massengräber als Beweise

Das "Speicher-Massaker" hatte im Irak und weltweit für Entsetzen gesorgt und dazu beigetragen, Unterstützung im Kampf gegen die Dschihadisten zu mobilisieren. Nach der Rückeroberung von Tikrit durch die irakische Armee im Frühjahr 2015 waren zahlreiche Massengräber entdeckt worden. Dabei handelte es sich offenbar um die Gebeine von Opfern des Massakers.

Der irakische Präsident Fuad Massum hatte vergangene Woche grünes Licht für die Vollstreckung der 36 Todesurteile gegeben. Die Hinrichtung wurde den Angaben zufolge von Provinzgouverneur Jahija al-Nassari und dem irakischen Justizminister Haidar al-Samili überwacht.

Die irakische Regierung setzt im Kampf gegen Extremisten vermehrt auf die Todesstrafe. Regierungschef Haidar al-Abadi hatte nach einem Bombenanschlag mit mehr als 300 Toten im Juli in der Hauptstadt Bagdad angekündigt, die Vollstreckung von Todesurteilen im Zusammenhang mit terroristischen Taten zu beschleunigen.

Kritik daran kam von den Vereinten Nationen und von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International. Bereits vor den Exekutionen vom Sonntag waren im Irak seit Jahresbeginn mehr als hundert Gefangene hingerichtet worden.

Quelle: n-tv.de, apo/AFP

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