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USA warnen Schiiten Iraker greifen Ölfeld bei Tikrit an

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Irakische Soldaten haben das Ölfeld im Blick.

(Foto: REUTERS)

Irakische Truppen setzen gemeinsam mit schiitischen Milizen und iranischen Kräften die Offensive gegen den IS fort. Ziel ist das Ölfeld Adschil bei Tikrit. Der Vormarsch kommt nur langsam voran. Derweil senden die USA Warnungen in Richtung Bagdad.

Am vierten Tag ihrer Großoffensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben irakische Kräfte ein Ölfeld unter Kontrolle der Extremisten angegriffen. Ein Sprecher der Polizei berichtete, über dem Ölfeld Adschil östlich der Stadt Tikrit steige schwarzer Rauch auf. Es sei unklar, ob IS-Kämpfer ein Bohrloch, Pipelines oder Tanks angezündet hätten. Die Nachrichtenseite Al-Mada meldete, irakische Kräfte hätten das Ölfeld umzingelt.

Die IS-Extremisten hatten es im vergangenen Sommer während ihres Vormarsches im Irak eingenommen. Sie finanzieren sich vor allem über den Verkauf von Öl. Der IS beherrscht im Irak und im Nachbarland Syrien weite Gebiete, in denen er eine Gewaltherrschaft errichtet hat.

Mit der Großoffensive wollen die irakischen Streitkräfte die strategisch wichtige Stadt Tikrit rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad aus der Gewalt der Terrormiliz befreien. Die Regierung hat dafür 30.000 Soldaten der Armee und Kämpfer schiitischer Milizen mobilisiert. Der Vormarsch kommt jedoch bislang nur langsam voran.

Washington befürchtet schiitische Racheaktionen

Derweil warnten die USA vor konfessionellen Spannungen bei der Offensive zur Rückeroberung Tikrits. "Dieser Einsatz darf nicht unter dem Deckmantel sektiererischer Vergeltung stehen", erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest. Dies gefährde nicht nur die Struktur des Landes, sondern schwäche auch die Schlagkraft der Iraker, der Bedrohung zu begegnen.

Da an der Offensive zur Rückeroberung von Tikrit auch schiitische Milizen und der Iran beteiligt sind, gibt es Befürchtungen, die mehrheitlich sunnitische Stadt könnte zum Schauplatz von Racheaktionen werden. Dies war bei früheren Angriffen bereits der Fall.

An der Offensive zur Rückeroberung von Tikrit ist ein Bündnis aus irakischen Regierungstruppen, schiitischen Milizen, Freiwilligenverbänden und des Iran beteiligt. US-Truppen beteiligen sich nicht an dem Einsatz. Earnest betonte, dass die USA von Anfang an klargestellt hätten, militärisch nicht mit dem Iran zusammenzuarbeiten. US-Vizepräsident Joe Biden begrüßte laut Weißem Haus in einem Gespräch mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi dessen Bekenntnis, dass alle bewaffneten Gruppen unter Kontrolle des Staates stünden.

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Quelle: n-tv.de, wne/dpa/AFP

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