Politik

Außenminister über US-Verhältnis Iran: Biden kennt sich besser aus als Trump

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Eine "Freundschaft" wolle er nicht mit den USA beginnen, sagte Sarif, aber der iranische Außenminister will Feindseligkeiten abbauen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Trump im Amt ist, geht es mit den Beziehungen der USA zum Iran bergab - der gegenwärtige US-Präsident glaubt dem Regime nicht, es mit dem Verzicht auf Atomwaffen ernst zu meinen. Der iranische Außenminister sagt nun, was er vom nächsten Präsidenten Biden erwartet.

Der Iran will die Spannungen mit den USA unter einer Präsidentschaft Joe Bidens abbauen. "Wir wollen ja keine Freundschaft anfangen, sondern nur unnötige Spannungen und Feindseligkeiten abbauen", sagte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in einem Video-Interview des Nachrichtenportals Entechab. Eine Annäherung an die USA nach Bidens Amtsantritt sei im Interesse des Landes und Volkes. Parteipolitische Erwägungen sollten daher diese Annäherung auch nicht infrage stellen.

Er kenne Biden als Senator aus seiner Zeit als iranischer UN-Botschafter in New York (2002-2007) und habe ihn auch persönlich getroffen. "Biden ist seit den 1970ern in der amerikanischen Außenpolitik tätig und kennt sich darin weitaus besser aus als (US-Präsident Donald) Trump", sagte Sarif. Misstrauen und Differenzen zwischen den beiden Ländern werde es nach seiner Einschätzung auch unter Biden geben, aber weitaus weniger als unter Trump. Sarif und Präsident Hassan Ruhani hoffen, dass Biden die USA zum Wiener Atomabkommen von 2015 zurückführt und die Sanktionen gegen den Iran aufhebt.

Trump war 2018 nicht nur aus dem Atomdeal ausgestiegen, den er als "schlechtesten Deal der Geschichte" brandmarkte, sondern hatte auch drakonische Sanktionen gegen die Islamische Republik verhängt. Die führten in den vergangenen zwei Jahren zu der schlimmsten Wirtschaftskrise des ölreichen Landes. Die Corona-Pandemie in den letzten zehn Monaten hat die Krise weiter verschärft. Die Landeswährung Rial verlor die Hälfte ihres Wertes.

Beobachter sind sich einig, dass nur Verhandlungen mit dem neuen amerikanischen Präsidenten den Iran aus dieser Krise führen könnten. Am Freitag jedoch gab es einen tödlichen Anschlag auf den iranischen Kernphysiker Mohsen Fachrisadeh, für den Teheran "hiesige Söldner" der USA und Israels verantwortlich macht. Der Anschlag könnte zu neuen Spannungen zwischen Teheran und Washington führen und eventuelle Verhandlungen mit der Biden-Regierung erschweren. Die Hardliner im Iran fordern Rache und ihr Sprachrohr, die Tageszeitung "Kejhan", gar einen militärischen Angriff auf die israelische Hafenstadt Haifa. Ob die USA oder Israel tatsächlich hinter dem Anschlag stecken, ist aber nicht ausgemacht.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa