Militäreinsatz in Hormus-StraßeIran: "Projekt Freiheit ist Projekt Sackgasse"

"Project Freedom" hat begonnen: Das US-Militär soll dafür sorgen, dass die Straße von Hormus wieder befahrbar ist. Es gibt wechselseitige Angriffe und unterschiedliche Angaben zu deren Folgen. Irans Chefdiplomat behauptet, es gebe Fortschritte bei den Friedensverhandlungen.
Der Iran warnt die USA davor, die von ihm blockierte Straße von Hormus wieder für den internationalen Schiffsverkehr freizumachen. "Projekt Freiheit ist Projekt Sackgasse", schrieb Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf X mit Blick auf die von US-Präsident Donald Trump verkündete Initiative für ein Ende der Blockade der Meeresenge. "Die Ereignisse in der Straße von Hormus machen deutlich, dass es keine militärische Lösung für eine politische Krise gibt."
Zwar hat auch der Iran ein Interesse daran, sein Öl über die Straße von Hormus zu exportieren. Strittig ist aber weiterhin, welche Schiffe die Meerenge passieren dürfen und wer die Kontrolle darüber haben soll.
Araghtschi behauptete, die Verhandlungen für ein Ende des Kriegs machten "dank des großen Einsatzes Pakistans Fortschritte". Die USA sollten darauf achten, "sich nicht von böswilligen Kräften wieder in einen Sumpf hineinziehen zu lassen". Das Gleiche gelte auch für die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).
US-Präsident Trump hatte am Sonntag den Start einer Initiative mit dem Titel "Project Freedom" ("Projekt Freiheit") verkündet, um die Straße von Hormus zu öffnen. Laut dem zuständigen US-Regionalkommando (Centcom) waren am Montag Zerstörer durch die Meerenge in den Persischen Golf eingefahren. Zudem seien mehr als 100 Flugzeuge und 15.000 Militärangehörige im Einsatz. Zwei Handelsschiffe unter US-Flagge hätten das Seegebiet verlassen können, hieß es. Unabhängige Bestätigungen dafür gab es nicht.
Verhandlungen stocken seit der Waffenruhe
Die iranischen Revolutionsgarden feuerten nach eigenen Angaben mehrere Raketen als Warnung in Richtung der US-Kriegsschiffe ab. Darüber hinaus bestätigte der Iran einen Angriff auf Ölanlagen im Hafen von Fudschaira in den VAE, die in Brand gerieten. Als Begründung nannte ein Militärvertreter eine "illegale Passage" von US-Kriegsschiffen durch die Straße von Hormus. Fudschaira ist ein Hafen, von dem aus die VAE ihr Öl exportieren können, ohne dass Tanker durch die Straße von Hormus fahren müssen.
Am 8. April war unter Vermittlung Pakistans eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran vereinbart worden, die nun brüchig zu werden scheint. Die Gespräche zwischen den Konfliktparteien haben bisher keine Ergebnisse gebracht. Trump sieht derzeit davon ab, seine Verhandler nach Pakistan zu schicken. Die Öffnung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge ist neben dem iranischen Atomprogramm einer der Knackpunkte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung des Konflikts.
Trump: "Bisher keine Schäden"
Trump spielte die Folgen des US-Marineeinsatzes an dessen ersten Tag herunter: Der Iran habe lediglich "einige Schüsse abgegeben", jedoch nur an einem südkoreanischen Frachter Schäden erzeugt. "Abgesehen von dem südkoreanischen Schiff gab es zum jetzigen Zeitpunkt keine Schäden bei der Passage durch die Meerenge", schrieb der Präsident auf Truth Social.
Für Dienstag kündigte er eine Pressekonferenz von Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine zu dem US-Einsatz an. Er schrieb, die US-Streitkräfte hätten dabei zunächst sieben iranische Boote zerstört. Das für die Golfregion zuständige US-Zentralkommando (Centcom) hatte zuvor von sechs zerstörten iranischen Booten gesprochen. Zudem seien alle von iranischer Seite abgefeuerten Raketen und Drohnen "erfolgreich bekämpft" worden, kein US-Marineschiff sei getroffen worden..
Teheran dementierte wiederum, dass iranische Schiffe versenkt wurden: "Die Behauptung der USA, sie hätten eine Reihe iranischer Kriegsboote versenkt, ist falsch", erklärte ein hochrangiger iranischer Militärvertreter im Staatsfernsehen. Die Revolutionsgarden dementierten zudem, dass Handelsschiffe oder Öltanker die Meerenge passiert hätten.