Politik

"Zum Abfeuern da"Iran: Raketenprogramm wird nicht mit USA verhandelt

18.06.2026, 16:46 Uhr
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Noch am 8. Juni schoss der Iran eine ballistische Rakete auf Israel. (Foto: picture alliance / newscom)

Das Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA ist zwar unterzeichnet, die genaue Umsetzung aber noch mehr als fraglich. Der Iran betont, dass seine Verteidigung nicht zur Debatte steht. Dabei ist unklar, wie viele Langstreckenraketen der Führung in Teheran verbleiben.

Das iranische Raketenprogramm soll nach Aussage der Regierung in Teheran nicht Gegenstand der geplanten US-iranischen Verhandlungen über eine dauerhafte Friedenslösung sein. "Unsere Raketen mögen es überhaupt nicht, wenn irgendjemand über sie spricht", sagte der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei im Staatsfernsehen seines Landes. "Die iranischen Raketen sind zum Abfeuern da, nicht für Verhandlungen." Die iranischen Verteidigungskapazitäten würden "nicht in irgendeiner Weise, in irgendeinem Prozess oder mit irgendeiner Seite diskutiert werden", fügte Bakaei hinzu.

In dem Rahmenabkommen, das inzwischen von US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian unterzeichnet wurde, wird das iranische Raketenprogramm nicht erwähnt. Explizit genannt wird hingegen das iranische Atomprogramm. Dieses gehört zu den geplanten Themen einer dauerhaften Friedenslösung, über die Washington und Teheran in einer vorgesehenen 60-tägigen Zeitspanne verhandeln wollen.

Die USA und Israel haben sich seit Jahren allerdings immer wieder äußerst besorgt nicht nur über das iranische Atomprogramm, sondern auch das Raketenprogramm geäußert. Vor dem Konflikt verfügte der Iran über das größte Arsenal an ballistischen Raketen im Nahen Osten, dessen Umfang auf 2500 bis 6000 Raketen unterschiedlicher Typen geschätzt wurde. Einige davon haben eine Reichweite von bis zu 2000 Kilometern und können Israel erreichen. Zudem stellte das Land in großem Stil Langstreckendrohnen her, insbesondere den Typ Schahed, den auch Russland in der Ukraine einsetzt.

Über 1500 Raketen abgefangen

Etwa einen Monat nach Beginn der Angriffe berichteten US-Insider, ein Drittel dieses Arsenals sei zerstört und ein weiteres Drittel beschädigt oder unterirdisch in Sicherheit gebracht worden. US-Admiral Brad Cooper erklärte am 14. Mai im Kongress, die iranischen Kapazitäten zum Bau von Raketen und Drohnen seien um Jahre zurückgeworfen worden.

Demnach fingen die USA und ihre Verbündeten während des Konflikts mehr als 1500 Raketen und 6000 Drohnen ab. Wie viele Raketen dem Iran verbleiben, ist allerdings unklar, und das Land ist weiterhin zu Angriffen in der Region fähig. Am 6. Juni feuerte der Iran Raketen auf Kuwait und Bahrain ab, am 7. Juni folgte ein Angriff auf Israel. Den betroffenen Staaten zufolge entstanden dabei keine größeren Schäden.

Quelle: ntv.de, raf/AFP/rts

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