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Huthis stellen Bedingungen Iran-Treffen mit Deutschland zeichnet sich ab

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Der iranische Chefdiplomat Mohammed Dschawad Sarif stellt ein Treffen mit Diplomaten aus Deutschland, Frankreich und weiteren Ländern in Aussicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Gespräche zwischen US-Präsident Trump und Irans Staatschef Ruhani erscheinen derzeit wenig wahrscheinlich. Dafür bahnt sich in New York ein Treffen zwischen Teheran und den übrigen Staaten des Atomdeals an. Unterdessen richten die Huthi-Rebellen eine Botschaft an Saudi Arabien.

Am Rande der UN-Generaldebatte in New York zeichnet sich ein Treffen zwischen dem Iran und den Ländern des Atomabkommens von 2015 - allerdings ohne die USA - ab. Mehrere Diplomaten bestätigten der Deutschen Presse-Agentur die Vorbereitungen für den voraussichtlich am Mittwoch geplanten Termin zwischen den Außenministern von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China zusammen mit dem Iran.

Auch der iranische Chefdiplomat Mohammed Dschawad Sarif kündigte ein entsprechendes Treffen vor iranischen Journalisten an. Außerdem bezeichnete er neue US-Sanktionen gegen den Iran als "einen Akt der Verzweiflung". Nach der Aufkündigung des Atomdeals durch die USA wollen die übrigen beteiligten Länder das Abkommen trotz steigender Spannungen zwischen Washington und Teheran retten. Für Deutschland wird SPD-Außenminister Heiko Maas zur Generaldebatte nach New York fliegen. Für den Iran ist neben Außenminister Sarif auch Präsident Hassan Ruhani in den USA.

Ein Treffen von Ruhani mit US-Präsident Donald Trump, über das viel spekuliert wurde, scheint nach dem Angriff auf eine Öl-Einrichtung in Saudi-Arabien aber unwahrscheinlich. Für die Attacke auf das Herz der saudischen Öl-Industrie hatten die USA den Iran verantwortlich gemacht, auch wenn die jemenitischen Huthi-Rebellen die Tat für sich reklamiert hatten. Die USA kündigten unterdessen am Freitagabend (Ortszeit) die Verlegung weiterer Truppen in die Region an. "Der Präsident hat den Einsatz von US-Truppen genehmigt, die defensiver Natur sein werden", sagte Verteidigungsminister Mark Esper.

Huthi-Rebellen haben Bedingungen

Die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen haben unterdessen angekündigt, Drohnen- und Raketenangriffe auf Saudi-Arabien einzustellen, wenn auch das Nachbarland seine Angriffe beende. "Wir hoffen, dass Riad positiv auf die Initiative reagiert", sagte Mahdi al-Maschat, Präsident des Obersten Politischen Rates der Huthis in einer Fernsehansprache. Sollte Saudi-Arabien mit seinen Bombardierungen und Luftangriffen allerdings fortfahren, hätten die Huthis das Recht, darauf zu reagieren, warnte der politische Anführer der Huthis.

Die Huthis hatten sich zu den Angriffen auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien am vergangenen Wochenende bekannt. Die USA und Saudi-Arabien machen allerdings den Iran für die Angriffe verantwortlich. Die Attacken mit Drohnen und Marschflugkörpern hatten die Ölproduktion Saudi-Arabiens zeitweise mehr als halbiert. In seiner Fernsehansprache forderte Al-Maschat, umgehend die Blockade des Flughafens in Sanaa zu beenden und Schiffe in den Hafen von Hudaida nicht mehr abzufangen.

Die Huthis hatten vor fünf Jahren die jemenitische Hauptstadt Sanaa eingenommen. Sie kontrollieren große Teile des Nordjemens. Kurz darauf griff Saudi-Arabien zusammen mit anderen arabischen Staaten in den Konflikt ein. Die Vereinten Nationen bezeichnen den Konflikt im Jemen als die aktuell schlimmste humanitäre Krise der Welt. Erst in der Nacht zum Freitag griff die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz Ziele im Jemen an. Das Bündnis war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu dem Angebot der Huthis zu erreichen.

Quelle: n-tv.de, aeh/dpa/rts

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