Politik

Nahe kritischer Grenze Iran hat mehr angereichertes Uran als erlaubt

213985211.jpg

Nachdem die USA aus dem Atomabkommen ausgestiegen waren, hielt auch der Iran seine Verpflichtungen nicht mehr ein.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Der Iran verfügt über 18 Mal mehr angereichertes Uran als im Internationalen Atomabkommen von 2015 vereinbart, wie ein aktueller Bericht zeigt. Das Land betont stets, Uran nur für zivile Zwecke zu verwenden. Doch die kritische Menge an atomfähigem Material ist fast erreicht.

Der Iran nähert sich laut Internationaler Atomenergiebehörde (IAEA) einer signifikanten Hürde bei der Herstellung von atomwaffentauglichem Material. Die Islamische Republik habe 43,1 Kilogramm Uran bis zu einem Reinheitsgrad von 60 Prozent angereichert, heißt es in einem aktuellen Bericht der Organisation in Wien. Demnach verfügt das Land über 18 Mal mehr angereichertes Uran als im internationalen Atomabkommen von 2015 vereinbart. Rund 50 Kilogramm würden für eine Atomwaffe genügen, falls das Material noch etwas höher auf 90 Prozent angereichert würde, sagte dazu ein hochrangiger Diplomat, der das iranische Atomprogramm seit Langem beobachtet.

Der Quartalsbericht der IAEA zum Iran wurde vor dem Hintergrund der Verhandlungen über die Rettung des Atompaktes mit dem Iran erstellt. Die Gespräche stehen auf der Kippe, weil sich Washington und Teheran nicht darauf einigen können, welche US-Sanktionen wieder aufgehoben werden. Eine neuerliche Einschränkung des iranischen Atomprogramms ist hingegen schon weitgehend ausverhandelt. Westliche Diplomaten warnen seit Monaten, dass die Wiederherstellung des Atomabkommens von 2015 immer unwahrscheinlicher werde, je weiter der Iran insbesondere die Uran-Anreicherung vorantreibe.

Mehr zum Thema

Das internationale Atomabkommen sicherte dem Iran die Lockerung von Sanktionen zu. Dafür sollte Teheran sein Atomprogramm einschränken. Die USA stiegen unter dem früheren Präsidenten Donald Trump 2018 einseitig aus dem Abkommen aus. In der Folge hielt auch Teheran seine Verpflichtungen aus dem Abkommen nicht mehr ein und weitete sein Atomprogramm wieder aus. Gespräche über eine Wiederbelebung des Abkommens kommen derzeit nicht voran.

Teheran hat stets betont, nicht nach Atomwaffen zu streben, sondern Uran nur für Atomkraftwerke und für wissenschaftliche und industrielle Zwecke zu verwenden. Die IAEA war jedoch bislang nicht in der Lage, dies zu bestätigen. Laut einem weiteren Bericht, den die Behörde vorlegte, hat Teheran entgegen einer Vereinbarung noch immer nicht erklärt, warum die IAEA Spuren von Uran an mehreren Orten entdeckt hat, die nicht als offizielle Atomanlagen deklariert wurden. Der Iran "hat keine technisch glaubhaften Erklärungen geliefert", hieß es.

Quelle: ntv.de, chf/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen