Politik

Keine Scheu vor neuen Kämpfen?Iran soll auf Gebühren für Hormus-Durchfahrt beharren

01.07.2026, 15:42 Uhr
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Es sieht nicht so aus, als würden die Vereinigten Staaten und der Iran bei einem der größten Streitthemen in nächster Zeit eine Einigung erzielen. (Foto: picture alliance/dpa/ISNA/AP)

Teheran ist Insidern zufolge weiterhin darauf aus, von Reedereien Geld für Fahrten durch die Straße von Hormus zu verlangen. Angeblich soll das Regime an eine "historische Chance" glauben und zum Erreichen seiner Ziele keine militärische Eskalation mit den USA scheuen.

Der Iran pocht auf die Kontrolle über die Straße von Hormus sowie eine Gebühr für die Schiffspassage und will dies Insidern zufolge notfalls auch mit Gewalt erzwingen. Die Führung in Teheran strebe eine dauerhafte formelle Anerkennung eines solchen Kontrollrechts an, sobald das jüngste Übergangsabkommen mit den USA auslaufe, sagten zwei ranghohe Regierungsvertreter des Iran. Die iranischen Unterhändler würden sich bei den Friedensgesprächen mit den Vereinigten Staaten erst dann anderen Streitpunkten zuwenden, wenn eine Einigung in dieser Frage erzielt sei.

Der Iran sei auch bereit, diese Forderungen mit Gewalt durchzusetzen, sollten sich andere Länder nicht bereit erklären, seine Bedingungen zu akzeptieren, erläuterte ein Insider. Teheran werde nicht nachgeben, selbst wenn dies zu einer erneuten und verschärften Konfrontation mit den USA führe.

Der Iran glaube, eine "historische Chance" zu haben, sich einen langfristigen Vorteil zu sichern, nachdem er den Krieg mit den USA und Israel überstanden habe, sagte ein anderer ranghoher Vertreter der Islamischen Republik. Die Länder, in denen Reedereien tätig sind, würden eine iranische Kontrolle über die Meerenge aufgrund der steigenden Kosten des Konflikts letztlich akzeptieren, und die Regierung in Washington würde dies ebenfalls akzeptieren, um eine ununterbrochene weltweite Energieversorgung zu gewährleisten.

USA wollen Gebühren nicht akzeptieren

Nach dem im Juni geschlossenen Übergangsabkommen zur Beilegung des Kriegs gewährt der Iran Schiffen für 60 Tage freie Durchfahrt. Teheran interpretiert die Vereinbarung jedoch so, dass das Land weiterhin bestimmen kann, welche Schiffe die Meerenge passieren und welche Route sie nehmen.

Sollte die Vereinbarung Mitte August ohne Verlängerung auslaufen, will der Iran Gebühren erheben. Am Wochenende hatte das iranische Militär auf vier Schiffe geschossen, die die Meerenge auf der omanischen Seite ohne Erlaubnis passieren wollten. Dies löste ein kurzes, aber intensives Gefecht mit US-Streitkräften aus.

Irans Haltung steht im Widerspruch zur Position der USA. US-Präsident Donald Trump erklärte, es werde keine Gebühren für die Hormus-Passage geben, es sei denn, Washington beschließe diese selbst. US-Außenminister Marco Rubio betonte zudem, kein Land habe das Recht, die Schifffahrt in einer internationalen Meerenge zu blockieren oder Gebühren zu verlangen.

Weder die USA noch der Iran haben das UN-Seerechtsübereinkommen unterzeichnet, das die Straße von Hormus als internationale Meerenge einstuft und freie Durchfahrt vorschreibt. Der Anrainerstaat Oman hat das Abkommen jedoch ratifiziert. Durch die Meerenge wurde vor dem Konflikt ein Fünftel der weltweiten Energieversorgung transportiert.

Quelle: ntv.de, rog/rts

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