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Zwölf Crewmitglieder verhaftet Iran stoppt ausländischen Öltanker

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Zum Namen und zur Herkunft des Tankers gibt es noch keine Angaben (Archivbild).

(Foto: dpa)

Ein ausländischer Tanker ist seit Tagen in der Nähe der Straße von Hormus festgesetzt. Die iranischen Revolutionsgarden beschuldigen die Crew des Ölschmuggels. Der Ölpreis reagiert sofort.

Die iranischen Revolutionsgarden haben bekannt gegeben, dass sie einen "ausländischen Tanker" im Persischen Golf festhalten, der an "Ölschmuggel" beteiligt gewesen sei. Auf "Sepah News", der offiziellen Website der Revolutionsgarden, hieß es, das Schiff sei am 14. Juli südlich der iranischen Insel Larak in der Meerenge von Hormus festgesetzt worden. Zum Namen und zur Herkunft des Tankers machten die Garden keine Angaben.

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Der Tanker habe angeblich eine Million Liter geschmuggeltes Öl an Bord, meldet die Nachrichtenagentur Tasnim. Zwölf ausländische Crew-Mitglieder wurden demnach verhaftet. Weitere Details wollen die Revolutionsgarden in Kürze mitteilen. Als Reaktion auf Berichte über die Festsetzung des Tankers durch die Revolutionsgarden stieg der Ölpreis.

Vergangene Woche hatte ein Zwischenfall mit einem britischen Tanker in der Straße von Hormus international Besorgnis ausgelöst. Britischen Angaben zufolge hatten dort drei iranische Boote versucht, ein britisches Handelsschiff an der Durchfahrt zu hindern. Eine Fregatte zwang sie jedoch zum Abdrehen. Teheran bestritt, in den Vorfall verwickelt zu sein.

Zudem gibt es Streit zwischen London und Teheran über einen in Gibraltar festgesetzten iranischen Öltanker. Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den unter der Flagge Panamas fahrenden Supertanker "Grace 1" vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen nach Syrien festgesetzt. Der Kapitän und drei weitere Mitglieder der Besatzung wurden vorübergehend festgenommen, sind aber inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Bündnis soll Schifffahrtsstraße sichern

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Der Iran protestierte, bestellte mehrmals den britischen Botschafter ein und forderte, das Schiff sofort weiterfahren zu lassen. Der Oberste Gerichtshof in Gibraltar ordnete jedoch an, dass das Schiff mindestens bis zum 21. Juli nicht wieder auslaufen darf.  Am Wochenende gab es erste Anzeichen von Entspannung. Der britische Außenminister Jeremy Hunt stellte eine Freigabe des Schiffes durch die Behörden in dem britischen Überseegebiet in Aussicht, sollte der Iran zusichern, dass die Ladung nicht für Syrien bestimmt ist. Auch sein iranischer Amtskollege Mohammed Dschawad Sarif betonte, dass Teheran den Konflikt diplomatisch lösen wolle.

Die Straße von Hormus im Persischen Golf ist einer der wichtigsten Schifffahrtswege weltweit. Ein Fünftel der Erdöltransporte gehen durch diese Meerenge. Die USA wollen ein Bündnis schmieden, um die Schifffahrtsstraße zu sichern. Die Vorfälle um die Tanker tragen zu den Spannungen rund um die Uran-Produktion des Iran und das auf der Kippe stehende Atomabkommen bei.

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Quelle: n-tv.de, ftü/dpa/rts

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