"Gleichbedeutend mit Krieg"Iran warnt Trump eindringlich vor Angriff auf Ajatollah

Die USA und der Iran verschärfen den Ton miteinander. Während US-Präsident Trump einen Regimechange forciert, sendet Teheran eine deutliche Warnung. Indes wird das Ausmaß der Unruhen der vergangenen Wochen klarer.
Irans Präsident Massud Peseschkian hat die USA vor den drastischen Folgen eines Angriffs auf den obersten Führer, Ajatollah Ali Chamenei, gewarnt. "Jede Aggression gegen den obersten Führer unseres Landes ist gleichbedeutend mit einem umfassenden Krieg gegen die iranische Nation", schrieb Peseschkian auf X.
Zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump für einen Regierungswechsel im Iran ausgesprochen. "Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen", sagte Trump dem Nachrichtenportal "Politico". Die Machthaber in Teheran stützten ihre Herrschaft auf Unterdrückung und Gewalt.
Zugleich machte Peseschkian allein internationale Sanktionen für die Wirtschaftskrise im Land verantwortlich. Wenn die Menschen im Iran in ihrem Leben mit Not und Schwierigkeiten konfrontiert seien, dann liege das vor allem an der "langjährigen Feindseligkeit und den unmenschlichen Sanktionen der Regierung der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten".
Die USA und die Europäische Union verhängen seit Jahren Sanktionen gegen den Iran. Gründe dafür sind unter anderem das iranische Atom- und Raketenprogramm, die Unterstützung bewaffneter Gruppen in der Region wie der Terrororganisation Hamas, der libanesischen Hisbollah oder der jemenitischen Huthi-Miliz. Außerdem werden dem Iran schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Als weitere Ursache der wirtschaftlichen Misere gilt strukturelles Missmanagement innerhalb des Landes. Hinzu kommen Korruption und fehlende wirtschaftliche Reformen - Faktoren, die von internationalen Expertinnen und Experten regelmäßig hervorgehoben werden.
Regime beziffert Todeszahlen
Unterdessen bezifferte ein Insider aus der iranischen Regierung, wie viele Menschen bei den tödlichsten Unruhen seit 1979 gestorben sind. Mindestens 5000 Menschen seien getötet worden, sagte ein Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte. Darunter seien etwa 500 Angehörige der Sicherheitskräfte.
Zuvor hatten Ärzte im Iran geschätzt, dass bei der Niederschlagung der Massenproteste mindestens 16.500 bis 18.000 Menschen getötet sowie 330.000 bis 360.000 Männer, Frauen und Kinder verletzt wurden. Das berichtet die britische "Sunday Times". Die Zahlen wurden demnach in 16 Notaufnahmen und acht großen Augenkliniken im ganzen Land zusammengestellt. Die meisten Opfer sollen jünger als 30 Jahre gewesen sein.
Die iranische Justiz deutete zudem an, dass Hinrichtungen wieder aufgenommen werden könnten. Ein Sprecher sagte, eine Reihe von Taten seien als "Mohareb" identifiziert worden. Der Rechtsbegriff bedeutet "Krieg gegen Gott" und kann nach iranischem Recht mit dem Tod bestraft werden. Die Drohung steht im Kontrast zu US-Präsident Donald Trump, der am Freitag der Führung im Iran gedankt hatte, dass sie geplante Hinrichtungen von 800 Menschen ausgesetzt habe. Dies war als ein Grund dafür genannt worden, dass die USA nicht militärisch gegen die iranische Führung vorgingen, was sich zunächst angedeutet hatte.