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Erster Drohnenvorfall im Mai Iran will gegen USA vor Gericht ziehen

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Der Chef der Luftwaffe der iranischen Revolutionsgarde, Hadschisadeh, präsentiert angebliche Teile der abgeschossenen US-Drohne.

(Foto: dpa)

Der Zwischenfall mit einer US-Aufklärungsdrohne wird nun wohl auch ein internationales Gericht beschäftigen. Der Iran kündigt wegen Verletzung seines Luftraums juristische Schritte gegen die USA an. Derweil versucht Großbritannien, die Situation um den Iran zu entschärfen.

Der Iran will wegen der angeblichen Verletzung seines Luftraumes durch eine US-Drohne jetzt auch juristisch gegen die USA vorgehen. Das kündigte die Vizepräsidentin und Leiterin der Rechtsabteilung im Präsidialamt, Lejla Dschonejdi, an.

"Eine Spionagedrohne in den iranischen Luftraum zu schicken, ist ein klarer Verstoß Washingtons gegen internationales Recht, und daher erwägen wir auch, rechtliche Schritte gegen die USA einzuleiten." Dennoch sollten alle Seiten versuchen, eine Eskalation der Krise oder gar einen Krieg zu vermeiden, sagte die Vizepräsidentin nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim.

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Die USA ihrerseits gehen nach der Absage eines Vergeltungsangriffs für den Abschuss einer US-Drohne mit Cyberangriffen und neuen Sanktionen gegen Teheran vor. Amerikanische Medien berichteten von Hackerangriffen auf iranische Raketenkontrollsysteme und ein Spionagenetzwerk. US-Präsident Donald Trump kündigte zusätzliche Sanktionen an. Trumps Sicherheitsberater John Bolton betonte zudem die Angriffsbereitschaft der USA. Der Iran drohte seinerseits mit einem Flächenbrand im Nahen Osten und prangerte einen weiteren Zwischenfall mit einer US-Drohne Ende Mai an.

Trump hatte nach dem Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne einen militärischen Vergeltungsangriff erwogen, diesen dann aber nach eigenen Angaben kurzfristig abgesagt. Nach Angaben Teherans war Ende Mai schon einmal eine US-Drohne in den iranischen Luftraum eingedrungen. Der Vorfall mit der "Spionagedrohne" habe sich am 26. Mai ereignet, schrieb der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif bei Twitter.

Iran: Cyberattacken könnten "Bluff" sein

Wie die Zeitung "Washington Post" berichtete, wies Trump stattdessen das US-Cyber-Kommando an, zur Vergeltung Cyberattacken gegen den Iran zu starten. Einer der Angriffe galt demnach iranischen Computern, mit denen Starts von Raketen und Lenkwaffen überwacht werden. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars blieb zunächst unklar, ob die Cyberangriffe wirklich ausgeführt wurden. Hinter den US-Medienberichten könne auch ein "Bluff" stecken.

Trump kündigte am Samstag zudem neue "bedeutende" Sanktionen gegen den Iran an. Die zusätzlichen Strafmaßnahmen sollten ab Montag gelten, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter, ohne weitere Details zu Art und Umfang zu nennen. US-Sicherheitsberater Bolton sagte am Sonntag in Jerusalem, die Sanktionen seien schon seit einigen Wochen in Planung. Er warnte den Iran, die Absage des Vergeltungsangriffs nichts als Signal der Schwäche auszulegen. Das US-Militär sei "einsatzbereit", sagte Bolton vor einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Die iranischen Streitkräfte wiederum warnten die USA vor einem Angriff auf den Iran. Schon ein einziger Schuss könnte die Nahost-Region und die dortigen Interessen der USA und ihrer Verbündeten "in Brand setzen", sagte der Sprecher des iranischen Generalstabs, Abolfasl Schekartschi.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa/AFP

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