Politik

Weitere VerhandlungsrundeIran zeigt sich für Einigung mit den USA optimistisch

24.02.2026, 21:58 Uhr
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Vertreter beider Länder kommen in Genf zusammen. (Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington gehen in die nächste Runde. Es geht um das iranische Atomprogramm, das in vielen westlichen Staaten Besorgnis auslöst. Unter dem Druck möglicher militärischer Einsätze soll es nun zu einer Einigung kommen - Iran wirkt zuversichtlich.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sieht trotz der massiven Spannungen zwischen Teheran und Washington Chancen auf eine Verhandlungslösung im Atomstreit mit den USA. Ein Abkommen sei "in greifbarer Nähe - aber nur, wenn der Diplomatie Vorrang eingeräumt wird", erklärte Araghtschi bei X. Die Atomgespräche beider Länder sollen in Genf fortgeführt werden.

"Wir haben die historische Chance, ein beispielloses Abkommen zu schließen, das gegenseitige Anliegen berücksichtigt und gemeinsame Interessen verwirklicht", schrieb Araghtschi. Der Iran werde "unter keinen Umständen jemals eine Atomwaffe entwickeln". Teheran beharre jedoch auf seinem Recht auf eine "friedliche Nutzung der Kernenergie". Zugleich habe der Iran bewiesen, "dass wir vor nichts zurückschrecken werden, um unsere Souveränität mutig zu verteidigen", fügte Araghtschi hinzu.

"Die Regierung in Teheran sei willens, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um ein Abkommen zu erzielen" sagte auch Vize-Außenminister Madschid Tacht-Rawanchi, staatlichen Medien zufolge. "Wir sind bereit, so schnell wie möglich eine Einigung zu erzielen. Wir werden alles dafür tun, dies zu erreichen. Wir werden aufrichtig und in gutem Glauben in den Verhandlungsraum in Genf gehen." Zugleich drohte Tacht-Rawanchi im Falle eines Angriffs auf den Iran mit Vergeltung. "Sollte es zu einem Angriff oder einer Aggression gegen den Iran kommen, werden wir gemäß unseren Verteidigungsplänen reagieren. Ein Angriff der USA auf den Iran ist ein echtes Wagnis."

Spannungen wegen Atomprogramm

Die USA und der Iran hatten Anfang Februar unter Vermittlung des Oman die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wieder aufgenommen. Seitdem fanden zwei Runden indirekter Gespräche in Genf statt. Die westlichen Staaten werfen dem Iran seit Langem vor, eine Atombombe anzustreben. Teheran streitet dies ab und pocht auf sein Recht, den Atomsektor für zivile Zwecke auszubauen. US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mehrfach mit einem Angriff des US-Militärs gedroht, sollte es bei den Verhandlungen zu keinem Ergebnis kommen. Seine Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, Trumps erste Wahl sei immer die Diplomatie, aber er sei bereit, notfalls auch tödliche Gewalt anzuwenden. Die USA haben bereits ihre Militärpräsenz in der Region verstärkt. Teheran drohte daraufhin mit einer Reaktion in "voller Härte".

Die USA verlangen vom Iran nicht nur eine vollständige Einstellung der Urananreicherung und eine Begrenzung seines Raketenprogramms, sondern auch ein Ende der Unterstützung regionaler Verbündeter - allen voran der Hisbollah im Libanon, der Hamas im Gazastreifen und der Huthi-Miliz im Jemen. Der Iran hat sich kompromissbereit hinsichtlich seines Atomprogramms gezeigt, sein Programm für ballistische Raketen aber mehrfach als rote Linie bezeichnet, die nicht überschritten werden dürfe.

Während Trumps erster Amtszeit waren die USA 2018 einseitig aus dem 2015 geschlossenen Atomabkommen ausgestiegen, das den Iran am Bau von Atomwaffen hindern sollte. Der Iran sah sich darauf nicht mehr an Auflagen gebunden und forcierte seine Urananreicherung. Unterzeichnerstaaten des Abkommens waren neben dem Iran und den USA auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China.

Im Juni 2025 hatten Israel und die USA die Atomanlagen im Iran angegriffen. Nach zwölf Tagen endete der massive Beschuss mit einer Waffenruhe. Bei den Luftangriffen ist nach damaligen Angaben des Iran die wichtigste Atomanlage Fordo "ernsthaft und schwerbeschädigt" worden.

Quelle: ntv.de, mwa/AFP/rts

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