Politik

Nachfolger steht fest Islamischer Staat meldet Tod seines Anführers

56644887.jpg

Die Flagge des Islamischen Staats im irakischen Mosul 2014 bei der einzigen Videobotschaft Bagdadis. Von seinen Nachfolgern gibt es keine Bilder.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit dem Tod des langjährigen IS-Chefs al-Bagdadi verliert die Terrororganisation ihre Führung in immer kürzeren Abständen. Nun meldet das Netzwerk einen neuen Todesfall an der Spitze. Die Hintergründe sind dunkel, auch über den Nachfolger ist nichts bekannt.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Tod ihres Anführers Abu al-Hassan al-Haschimi bestätigt und einen Nachfolger benannt. Neuer "Emir" werde Abu al-Husain al-Husaini al-Kuraischi, teilte die Miliz in einer Audiobotschaft mit. Der bisherige Anführer sei "im Kampf gegen die Feinde Gottes getötet" worden, hieß es ohne nähere Angaben. Anhänger des IS wurden aufgerufen, ihren Kampf fortzusetzen. Die Echtheit der Botschaft ließ sich zunächst nicht überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle der Extremisten in den sozialen Medien verbreitet.

Aus der US-Regierung hieß es, man habe die Verkündung des IS gesehen. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, sagte: "Wir begrüßen die Nachricht vom Tod eines weiteren IS-Anführers." Zu operativen Details könne er sich zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht äußern.

Abu al-Hassan al-Haschimi war im März zum Anführer ernannt worden. Er folgte auf Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraschi, der im Februar bei einem US-Militäreinsatz im Nordwesten Syriens getötet worden war. US-Präsident Joe Biden erklärte damals, dieser habe sich selbst in die Luft gesprengt, um nicht für seine Taten zur Rechenschaft gezogen zu werden. Er war nach dem Tod des langjährigen IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi im Herbst 2019 an die Spitze der Dschihadisten gerückt. In der Öffentlichkeit war über ihn jedoch nur wenig bekannt. Er soll einer der Hauptverantwortlichen für den Völkermord an der religiösen Minderheit der Jesiden im Nordwesten des Iraks gewesen sein.

Unklar, wer hinter Kampfnamen steckt

Mehr zum Thema

IS-Experte Hassan zweifelte an der Echtheit der Nachricht. Dschihadisten hätten den Tod ihrer Anführer und Kommandeure schon häufig vorgetäuscht, um den Druck durch Geheimdienste und Sicherheitskräfte zu verringern. Wer hinter dem Kampfnamen Abu al-Hassan al-Haschimi steckte, wurde bisher nicht bekannt. Der erste IS-Anführer al-Baghdadi war ebenfalls in Idlib getötet worden.

Der IS kontrollierte über Jahre große Gebiete im Irak und im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien. Mittlerweile haben die Extremisten ihr Herrschaftsgebiet wieder verloren. IS-Zellen sind aber in beiden Ländern weiter aktiv. Beobachter warnen davor, dass die Dschihadisten ihren Einfluss wieder ausweiten könnten.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen