Hamas-Behörde: über 30 ToteIsrael nimmt Terror-Kommandeure in Gaza ins Visier

Es sind die schwersten israelischen Luftangriffe im Gazastreifen seit Wochen. Dabei soll es palästinensischen Angaben zufolge viele Opfer gegeben haben. Die israelische Armee nennt militärische Gründe für die Angriffe. Indes ruft Ägypten zur Einhaltung der Waffenruhe auf.
Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind nach Angaben des palästinensischen Zivilschutzes mindestens 32 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien drei Kinder. Sprecher Mahmud Bassal sagte, bei einem Angriff auf eine Polizeistation im Stadtteil Scheich Radwan im Norden der Stadt Gaza seien 14 Menschen ums Leben gekommen. Weitere sieben Todesopfer habe es unter anderem im Süden des Gazastreifens gegeben, als ein Zelt von Binnenvertriebenen beschossen worden sei. Es war einer der tödlichsten Angriffe seit Beginn der Waffenruhe im Gazastreifen am 10. Oktober 2025.
Die israelische Armee teilte mit, sie habe Kommandeure und Infrastruktur der Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad im Gazastreifen angegriffen. Ziele seien unter anderem ein Waffenlager, eine Waffenwerkstatt und zwei Abschussrampen der Hamas gewesen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Ägypten hat vor der erwarteten Wiedereröffnung des Grenzübergangs Rafah zum Gazastreifen eine Einhaltung des Waffenruhe-Abkommens zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas angemahnt und neue israelische Angriffe in dem Palästinensergebiet scharf verurteilt. Das ägyptische Außenministerium kritisierte "wiederholte Verstöße" Israels gegen die seit Oktober geltende Waffenruhe und forderte die Konfliktparteien zu "äußerster Zurückhaltung" auf. In "dieser heiklen Phase" müssten alle Seiten ihrer Verantwortung gerecht werden und "jegliche Handlungen vermeiden, die den aktuellen Prozess gefährden könnten", erklärte das Ministerium.
Grenzübergang soll Sonntag öffnen
Am Freitag hatte Israel angekündigt, den Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten am Sonntag eingeschränkt wieder zu öffnen. Die Ein- und Ausreise soll nach israelischen Angaben in beide Richtungen möglich sein, allerdings nur für den Personenverkehr und nach einer vorherigen Sicherheitsüberprüfung durch Israel.
Die Öffnung des seit Mai 2024 geschlossenen Grenzübergangs ist Teil des Waffenruhe-Abkommens zwischen Israel und der Hamas. Rafah ist der einzige Grenzübergang aus dem Gazastreifen, der nicht über Israel führt, und war früher auch für viele Hilfslieferungen genutzt worden. Die UNO und internationale Hilfsorganisationen hatten schon seit langem eine Wiedereröffnung des Grenzübergangs gefordert, allerdings umfassender als nun von Israel angekündigt.
Wie die Nachrichtenagentur AFP an der Grenze erfuhr, sollen über den Grenzübergang Rafah am Sonntag zunächst nur Verletzte aus dem Gazastreifen ausreisen können. Nach weiteren Vorbereitungen und der Klärung logistischer Fragen ist eine reguläre Öffnung des Grenzübergangs demnach erst am Montag zu erwarten.