Politik

Spannungen auf den Golanhöhen Israel setzt Artillerie ein

Die Lage auf den von Israel besetzten Golanhöhen bleibt explosiv. Es kommt erneut zu einem Beschuss von syrischer Seite. Die Israelis antworten mit Artilleriefeuer. In Syrien gehen islamistische Brigaden auf Distanz zur Al-Nusra-Front. Das russische Kriegsschiff "Alexander Schabalin" nimmt Kurs auf Syrien.

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Israelische Panzer auf den Golanhöhen.

(Foto: REUTERS)

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben mit Artille riefeuer auf Beschuss aus Syrien auf die von Israel besetzten Golanhöhen reagiert. Israelische Soldaten auf den Golanhöhen seien von Syrien aus mit Artillerie und leichten Waffen beschossen worden, teilte die Armee mit. Weder Verletzte noch Sachschaden seien zu beklagen. Die Armee habe bei ihrer Antwort "das Ziel erreicht". UN-Vertreter in der Region seien darüber informiert worden.

Der neue israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon hatte Ende März erklärt: "Jede Verletzung der israelischen Souveränität und jeder Beschuss aus Syrien werden umgehend damit beantwortet, die Quelle des Beschusses auszuschalten." Für alle Vorfälle dieser Art werde die syrische Regierung verantwortlich gemacht.

Israel hatte ein etwa 1200 Quadratkilometer großes Gebiet auf den Golanhöhen im Sechstagekrieg 1967 besetzt und 1981 annektiert, was die UNO aber nicht anerkennt. Weitere rund 510 Quadratkilometer verblieben unter syrischer Kontrolle. UN-Blauhelmsoldaten überwachen die Waffenstillstandslinie zwischen Israel und dem Gebiet im Süden Syriens. Inzwischen kontrollieren nach Angaben von Aktivisten syrische Rebellen einen 25 Kilometer breiten Geländestreifen zwischen der syrisch-jordanischen Grenze und der Waffenstillstandslinie auf den Golanhöhen.

Kritik an Al-Nusra-Front

Mehrere Brigaden der syrischen Rebellenbewegung gingen unterdessen auf Distanz zu der gegen die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad kämpfenden Al-Nusra-Front. In einer Erklärung der Islamischen Befreiungsfront Syriens hieß es am Freitag, der "Heilige Krieg gegen das Regime" müsse auf "gemäßigte" Weise geführt werden. Der Islamischen Befreiungsfront gehören etwa 20 islamistische Bataillone an, die dem Kommando der Freien Syrischen Armee unterstehen.

Der Al-Kaida-Ableger im Irak hatte zuvor erklärt, die dschihadistische Al-Nusra-Front sei Teil seines Netzwerkes in Syrien. Dies hatte Befürchtungen verstärkt, das Terrornetzwerk könne den dortigen Bürgerkrieg nutzen, um seinen Einfluss auszuweiten. Die syrische Regierung forderte inzwischen den UN-Sicherheitsrat auf, die Al-Nusra-Front auf die Liste der Organisationen mit Verbindungen zu Al-Kaida zu setzen.

Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri hatte die Aufständischen in Syrien zuvor zur Schaffung eines islamistischen Staats aufgerufen. Am Freitag demonstrierten Al-Nusra-Anhänger in der nordwestlichen Provinz Idlib mit der Forderung nach einem "islamischen Kalifat" in Syrien.

Russen zeigen Flagge

Das russische Kriegsschiff "Alexander Schabalin" hat nach Angaben der Marineleitung in Moskau Kurs auf Syrien genommen. Das große Landungsschiff habe seinen Ankerplatz in Noworossijsk am Schwarzen Meer verlassen, teilten die Behörden mit. Nach der Ankunft in der russischen Militärbasis Tartus in Syrien soll die Besatzung Ersatzteile ausladen sowie Wasser und Lebensmittel aufnehmen.

Derzeit kreuzen mehrere schwere russische Kriegsschiffe im östlichen Mittelmeer. Sie sollen Medienberichten zufolge im Notfall die Marinebasis Tartus sowie russische Bürger in Syrien schützen.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP/dpa

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