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Angst vor dem Iran Israel testet neue Abwehrrakete

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Hochfliegende Abwehrraketen für den Einsatz außerhalb der Atmosphäre: Hier Startbehälter des Vorgängermodells "Arrow-2".

(Foto: REUTERS)

"Magic Wand", "Iron Dome" und nun "Arrow-3": Israel rüstet die eigene Luftabwehr mit einer neuen Hightech-Rakete aus. Die neuen Abwehrbatterien richten sich gegen die Bedrohung durch Langstreckenraketen - wie etwa aus dem Iran.

Die israelischen Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge das Raketenabwehrsystem "Arrow-3" (deutsch etwa "Pfeil-3") erfolgreich unter realistischen Bedingungen getestet. Das System könne ballistische Raketen außerhalb der Erdatmosphäre abfangen, teilte das israelische Verteidigungsministerium mit.

Bei dem Test des hoch entwickelten Abwehrsystems habe man eng mit dem US-Verteidigungsministerium zusammengearbeitet, erklärte ein Sprecher. Eine Testrakete sei erfolgreich getroffen worden. Früheren Angaben zufolge sind die Arrow-3-Raketen deutlich leistungsstärker als etwa herkömmliche "Patriot"-Systeme. Israel könnte damit, hieß es, im Ernstfall auch Kommunikations- und Spionagesatelliten abschießen.

"Der erfolgreiche Test ist ein wichtiger Meilenstein für Israels Fähigkeit, sich gegen gegenwärtige und künftige Bedrohungen in der Region zu verteidigen", hieß es in der Mitteilung des Verteidigungsministeriums. Das Arrow-3-Abwehrsystem bildet die höchste Stufe von Israels mehrstufiger Raketenabwehr. Experten zufolge ist das neue Schutzschild vor allem auf Langstreckenraketen - wie etwa aus dem Iran - ausgerichtet.

Ein weiteres System ist unter dem Namen "Magic Wand" (etwa: "Zauberstab") bekannt und kann Geschosse mit einer Reichweite von 70 bis 300 Kilometern abfangen. Ein solches Raketenarsenal besitzen unter anderem die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon und die syrische Armee. Zwischen Israel und den beiden arabischen Nachbarländern gibt es keinen Friedensvertrag. Die schiitisch geprägte Hisbollah wird vom Iran unterstützt und bezieht unter anderem auch militärische Ausrüstung aus Teheran.

Beschuss aus Syrien, Libanon und Gaza

Gegen Raketen mit kürzerer Reichweite, wie sie beispielsweise von militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen abgefeuert werden, setzt Israel das System "Iron Dome" ("Eisenkuppel") ein. Israels Luftwaffe hat in den letzten Jahren immer wieder Ziele im benachbarten Syrien angegriffen, um eine dauerhafte militärische Etablierung des Erzfeinds Iran dort zu verhindern. Einige der Angriffe zielten nach Medienberichten auch auf Waffenlieferungen an die Hisbollah ab.

Die israelische Armee hatte am Montag angegeben, zur Vergeltung für einen angeblich iranischen Raketenangriff auf Israel Lagerhäuser der Al-Kuds-Kräfte der iranischen Revolutionsgarden am Flughafen von Damaskus bombardiert zu haben.

Quelle: n-tv.de, lri/dpa

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