IDF: Hamas-Drohne im EinsatzIsraelischer Luftangriff soll drei Journalisten in Gaza getötet haben

Drei Journalisten, darunter ein freier Mitarbeiter der AFP, werden Behörden der Hamas zufolge bei einem Luftangriff der israelischen Armee getötet. Die israelische Armee teilt mit, sie habe auf drei Verdächtige gezielt.
Bei einem israelischen Angriff im Gazastreifen sind nach Angaben der Hamas-Behörden drei palästinensische Journalisten getötet worden, darunter ein freier Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP. Die drei Männer seien bei einem israelischen Luftangriff in der Region Al-Sahra südwestlich der Stadt Gaza getötet worden, erklärte der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz. Die israelische Armee teilte mit, sie habe auf drei Verdächtige gezielt, die "eine Drohne der Hamas" gesteuert hätten. Ein Augenzeuge berichtete, dass sie zum Zeitpunkt des Luftangriffs Dreharbeiten zum Thema Hilfsgüter durchführten. Damit könnten sie zum Zeitpunkt des Angriffs auch für diese tätig gewesen sein und nicht als Journalisten.
Der Erklärung der israelischen Streitkräfte (IDF) zufolge identifizierten die israelischen Soldaten "mehrere Verdächtige, die eine mit der Hamas verbundene Drohne im Zentrum des Gazastreifens bedienten". Die Drohne habe eine Bedrohung für die Soldaten dargestellt. Die israelischen Streitkräfte hätten daher die Verdächtigen, die sie aktiviert hätten, "präzise angegriffen". Die Details würden geprüft.
Der Hamas-Zivilschutz gab die Namen der Getöteten mit Anas Ghneim, Mohammed Salah Kaschta und Abdul Rauf Schaath an. Schaath hatte seit 2024 mehrfach als Foto- und Videojournalist für AFP gearbeitet. Er war zum Zeitpunkt des Angriffs nicht im Auftrag der AFP unterwegs, sein letzter Bericht im Auftrag der Nachrichtenagentur war am Montag veröffentlicht worden.
Ein Augenzeuge sagte AFP vor Ort, dass die drei Männer eine Drohne eingesetzt hätten, um eine von einer ägyptischen Organisation ausgeführte Verteilung humanitärer Hilfe zu filmen, als ein sie begleitendes Auto Ziel eines Luftangriffs geworden sei. Der Hamas-Zivilschutz sprach von einem israelischen Drohnenangriff auf "ein ziviles Fahrzeug".
Aus Kreisen der Hilfsorganisation, dem ägyptischen Komitee in Gaza, hieß es, es handle sich um einen "schwerwiegenden und gefährlichen Präzedenzfall". Den Angaben nach wurde das Fahrzeug der drei Männer getroffen, was sich von den Angaben des Augenzeugen leicht unterscheidet. Ob es sich bei ihnen um Mitarbeiter der Organisation handelt, ist noch unklar. Das ägyptische Komitee in Gaza wurde auf Anweisung des ägyptischen Staatschefs Abdel Fattah al-Sisi gegründet, wie es auf der Website der Organisation heißt. Aus Ägypten gab es zunächst keine Stellungnahme zu dem Vorfall.
Im Gazastreifen gilt seit Oktober eine Waffenruhe zwischen der Hamas und der israelischen Armee. Sie war zwei Jahre nach dem Überfall der islamistischen Palästinenserorganisation auf Israel am 7. Oktober 2023 in Kraft getreten.