Politik

Palästinenser in Kopf geschossen Israelischer Soldat aus Gefängnis entlassen

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Elor Asaria mit seiner Mutter: Der Ex-Soldat darf das Gefängnis verlassen.

(Foto: picture alliance / Jim Hollander)

Ein palästinensischer Angreifer liegt verletzt am Boden. Der Israeli Elor Asaria tötet ihn mit einem gezielten Kopfschuss. Für die Tat kommt der Soldat ins Gefängnis. Doch er muss nicht lange hinter Gittern bleiben.

Ein wegen Totschlags an einem Palästinenser verurteilter israelischer Soldat ist vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Elor Asaria sei freigekommen, um an der Hochzeit seines Bruders teilnehmen zu können, berichteten israelische Medien. Ursprünglich sollte seine neunmonatige Haft erst am Donnerstag enden.

Der israelische Erziehungsminister Naftali Bennett begrüßte die Freilassung des Soldaten. "Elor, wie gut, dass du nach Hause gekommen bist!", schrieb der Vorsitzende der ultra-rechten Siedlerpartei bei Twitter. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte vor seiner Abreise nach Zypern, er sei froh, dass die Angelegenheit beendet sei.

Der Kampfsanitäter hatte im März 2016 im besetzten Westjordanland einen bereits wehrlos am Boden liegenden Palästinenser getötet. Dieser hatte zuvor mit einem Komplizen einen israelischen Soldaten mit einem Messer angegriffen und leicht verletzt. Nachdem andere Soldaten auf ihn geschossen hatten, lag er blutend auf der Straße, als ihn Asaria mit einem Kopfschuss tötete. Ein Mitarbeiter der israelischen Menschenrechtsorganisation Betselem filmte den Vorfall und machte ihn öffentlich. Der Fall hatte weltweit für Aufsehen gesorgt und in Israel eine heftige Kontroverse ausgelöst.

Asaria war anfangs zu 18 Monaten Haft verurteilt worden, die Strafe wurde jedoch zweimal verkürzt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte sich mehrfach für eine Begnadigung des Ex-Soldaten ausgesprochen. Präsident Reuven Rivlin hatte eine Begnadigung jedoch abgelehnt. Asaria hatte nie Reue für seine Tat geäußert.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP