Politik

Gripen kommt mit Meteor-RaketenIst die Ukraine bald eines ihrer größten Probleme los?

29.05.2026, 07:41 Uhr
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Bei der Pressekonferenz des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und des schwedischen Regierungschefs Ulf Kristersson gut zu erkennen: Ein schwedischer Gripen-Jet trägt Meteor-Luft-Luft-Raketen unter den Flügeln. (Foto: IMAGO/TT)

Dass Schweden den ukrainischen Streitkräften Gripen-Kampfjets zur Verfügung stellen wird, löst Begeisterung in Kiew aus. Nicht nur wegen der Flugzeuge selbst, sondern auch wegen einer besonderen Waffe, die sie einsetzen können.

Die Ukraine macht sich Hoffnungen, durch die Lieferung von schwedischen Gripen-Kampfjets die russischen Gleitbombenangriffe einschränken zu können. Grund dafür ist, dass die Flugzeuge unter anderem mit Meteor-Luft-Luft-Raketen ausgestattet sein werden. Diese haben eine besonders hohe Reichweite von bis zu 200 Kilometern und können so feindliche Flugzeuge in großer Entfernung bekämpfen.

"Das ist nicht einfach nur eine weitere Verstärkung der Luftwaffe. Es ist ein weiterer Schritt hin zu einer qualitativ neuen Architektur unserer Verteidigung", schrieb der stellvertretende Leiter des Büros des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Pavlo Palisa, auf Telegram. Die Meteor-Raketen bezeichnete er als "langen Arm" der Luftwaffe. Palisa zufolge wird es möglich sein, die russischen Flugzeuge, die Gleitbomben mit sich tragen, von der Front fernzuhalten. "Das ist eine unschätzbare Verstärkung sowohl unserer Luftwaffe als auch des Schutzes der Infanterie."

Russland setzt jährlich Zehntausende Gleitbomben ein und tötet damit sowohl Zivilisten als auch Soldaten. Sie sind eine der größten Herausforderungen, mit denen die Ukraine konfrontiert ist. Selenskyj zufolge setzen die Russen Gleitbomben auf eine Distanz von mehr als 100 Kilometern ein. "Wir hatten nie genügend Flugabwehrsysteme, um solche Bomben abzufangen", hieß es von ihm in einem Beitrag auf X. Viele Städte und Dörfer seien durch die Bomben "dem Erdboden gleichgemacht" worden.

Sind 200 Kilometer ausreichend?

Die bis zu 200 Kilometer Reichweite bedeuten nicht, dass russische Flugzeuge auch 200 Kilometer hinter der Front abgeschossen werden. Denn dafür müsste ein Gripen-Kampfjet direkt bis an die Frontlinie heranfliegen, was zu gefährlich ist. Realistischer ist, dass die Meteor-Luft-Luft-Raketen im sicheren Gebiet ausgeklinkt werden und dann über das Schlachtfeld in die von Russland kontrollierte Zone fliegen. Inwiefern die Reichweite dann immer noch ausreicht, um die russischen Gleitbomben-Kampfjets fernzuhalten, muss sich zeigen.

Selenskyj sprach davon, die russischen Flugzeuge weiter zurückzudrängen, "sodass sie Gleitbomben nicht mehr massenhaft einsetzen können". Das Institut für Kriegsstudien (ISW) schrieb, dass die russischen Kampfjets möglicherweise weit genug ins Hinterland verlegt werden müssen und keine Frontziele mehr erreichen können.

16 Gripen der Version C/D wird die Ukraine wohl Anfang nächsten Jahres als Spende aus Schweden erhalten. Bedingung dafür ist ein Abkommen zum Kauf von 20 modernen Gripen der Version E/F. Finanzieren wird Kiew dies über ein Darlehen der EU von 2,5 Milliarden Euro. Ukrainische Piloten trainieren bereits auf den Kampfjets. Ein Einsatz Anfang nächsten Jahres erscheint damit möglich. Der genaue Zeitpunkt dürfte aber geheim gehalten werden.

Quelle: ntv.de, rog

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