Politik

Höheres Hospitalisierungsrisiko Italien macht Impfung ab 50 zur Pflicht

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Nach der berufsbezogenen führt Italien auch eine altersbezogene Impfpflicht ein.

(Foto: REUTERS)

Die Impfquote in Italien ist vergleichsweise hoch, doch es ist Luft nach oben. Angesichts beängstigender Fallzahlen durch Omikron weitet die Regierung die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen aus. Jetzt sollen sich alle Menschen über 50 Jahre immunisieren lassen.

Italiens Regierung führt wegen der Pandemie-Lage eine Corona-Impfpflicht für Menschen über 50 ein. "Wir schreiten besonders in den Altersklassen ein, die mehr vom Risiko eines Krankenhausaufenthaltes betroffen sind, um den Druck von den Kliniken zu nehmen", sagte Ministerpräsident Mario Draghi am Mittwochabend. Ab dem 15. Februar gelte für die über 50-Jährigen außerdem die 2G-Regel am Arbeitsplatz. Das bedeutet, dass sie nachweislich gegen Covid-19 geimpft oder von der Krankheit genesen sein müssen, um zur Arbeit gehen zu können.

Bislang ist für alle Arbeitnehmer in Italien der "Green Pass" verpflichtend, also der Nachweis über eine Impfung, Genesung oder einen negativen Test. Ein negativer Schnelltest wird für 48 Stunden anerkannt.

"Die Maßnahmen sollen die gute Funktionsfähigkeit der Krankenhäuser erhalten und gleichzeitig Schulen und Betriebe offen halten", begründete Draghi die neuen Maßnahmen weiter. Die Impfpflicht wurde außerdem auf das Personal an Universitäten ausgeweitet. In Schulen galt sie schon, ebenso im Gesundheitswesen und bei der Polizei. Die Regelungen treten mit dem Erscheinen im Amtsblatt in Kraft. Wann das sein wird, war zunächst unklar.

Für körpernahe Dienstleistungen, wie etwa beim Friseur, gilt die 3G-Regel. Man braucht also zumindest einen negativen Corona-Test. Diese Beschränkung greift auch für den Zutritt zu Ämtern, der Post, Banken und Geschäften. Ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs oder auch Apotheken.

 

Ein Streitpunkt war in den vergangenen Tagen auch der Umgang mit der Omikron-Varianten in den Schulen. Ab Montag gehen die Jungen und Mädchen wieder zum Unterricht. Draghi hatte sich immer wieder dafür ausgesprochen, Distanzunterricht zu vermeiden. In Grundschulen müssen bei zwei Ansteckungen alle innerhalb einer Klasse für zehn Tage ins Homeschooling. In der weiterführenden Schule ist Distanzunterricht erst bei drei Corona-Fällen vorgesehen. Bei zweien müssen alle zu Hause am Unterricht teilnehmen, die nicht geboostert sind oder deren Genesung mehr als 120 Tage zurückliegt.

Italien sieht sich derzeit mit einer bislang nicht dagewesenen Zahl von Neuinfektionen konfrontiert. Mehr als 189.000 Fälle wurden am Mittwoch gezählt, über 170.000 waren es am Dienstag. Gut 74 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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