Politik

Sumo, Golf, Rindfleisch-Exporte Japan erfüllt Trump alle Wünsche

AP_19146375298810.jpg

US-Präsident Trump besuchte in Japan ein Sumo-Turnier und überreichte dem Sieger einen Pokal.

(Foto: AP)

Der Staatsbesuch des US-Präsidenten in Japan wird sportlich. Zuerst spielt Trump mit Ministerpräsident Abe Golf, dann steigt er sogar in den Sumo-Ring. Japan will Trump so besänftigen - und letztlich von der Idee abbringen, Sonderzölle auf japanische Autos zu erheben.

Ein lange gehegter Wunsch des Kampfsportfans Donald Trump ist bei seinem Staatsbesuch in Japan in Erfüllung gegangen. "Ich wollte schon immer Sumo-Ringen sehen", sagte der US-Präsident. In Tokio nahm er bei einem traditionsreichen Sommerturnier am Rande des Ringes Platz - und überreichte anschließend dem Überraschungssieger Asanoyama einen mehr als einen Meter hohen und 30 Kilogramm schweren Pokal. Die Trophäe solle nun lange Zeit jeweils an den Turniersieger übergeben werden, wünschte sich Trump.

120729762.jpg

Trump sind Abe sind beide Golf-Fans.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zuvor hatte Trump am zweiten Tag seines viertägigen Staatsbesuchs in Japan eine Runde Golf mit Ministerpräsident Shinzo Abe gespielt. Die beiden Staatsmänner sind Anhänger dieses Sports und spielten zum fünften Mal miteinander. Bei der Gelegenheit sei auch viel über Handel und militärische Sicherheit gesprochen worden, sagte Trump anschließend. Die Gespräche sollen am Montag in formellem Rahmen fortgesetzt werden, nachdem Trump von Kaiser Naruhito in dessen Palast empfangen worden ist.

Bereits am Sonntag machte Trump jedoch deutlich, dass es für eine umfassende Handelsvereinbarung zwischen den USA und Japan noch zu früh sei. "Vieles wird bis nach ihren Juli-Wahlen warten, wo ich große Zahlen erwarte", schrieb Trump auf Twitter. Im Juli wird in Japan ein Teil des Parlaments neu gewählt. "In unseren Handelsgesprächen mit Japan sind große Fortschritte erzielt worden", schrieb Trump. Er nannte Agrarprodukte und Rindfleisch, über die gesprochen werde. Zu Rindfleisch-Exporten aus den USA nach Japan hatte es allerdings schon vor Tagen eine Einigung gegeben.

Japan will Sonderzölle verhindern

Japan hat dem US-Präsidenten seit seiner Ankunft am Samstag sprichwörtlich den roten Teppich ausgerollt. Die Japaner wollen vermeiden, dass die USA Sonderzölle auf die Einfuhr japanischer Autos verhängen.

Zweites großes Reizthema ist die Situation in Nordkorea. Trump sprach dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un ungeachtet jüngster Spannungen das Vertrauen aus. "Ich habe Vertrauen, dass der Vorsitzende Kim sein Versprechen mir gegenüber einhält", schrieb Trump während seines Aufenthalts in Tokio auf Twitter. Er widersprach damit auch seinem eigenen Sicherheitsberater John Bolton, der vor kurzem erklärt hatte, Nordkorea verstoße mit seinen jüngsten Waffentests gegen UN-Sanktionen.

Trump und Kim hatten sich in Singapur und Hanoi bei zwei Gipfeltreffen ausgetauscht, das zweite Treffen in Hanoi scheiterte. Nordkorea knüpft die grundsätzliche Zusage Kims zur atomaren Abrüstung an Bedingungen, unter anderem eine vorherige Lockerung von Sanktionen.

Nordkorea hatte zuletzt wieder Raketen getestet. Die Tests wurden vom Weißen Haus jedoch nicht als eine entscheidende Zuspitzung der Situation gewertet. "Nordkorea hat ein paar kleinere Waffen abgefeuert, was einige meiner Leute und andere beunruhigte, mich aber nicht", schrieb Trump.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa