Politik

Autoindustrie stellt sich um Japan erwartet Verbrenner-Verbot ab 2035

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Noch fahren auch in Japan die meisten Autos mit Verbrennungsmotor - doch das soll sich ändern.

(Foto: AP)

Jetzt auch Japan: Die Industrienation will laut Medienberichten ab dem nächsten Jahrzehnt ohne neue Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auskommen. Tokio folgt damit einem weltweiten Trend - in der EU könnte es sogar schon in wenigen Jahren so weit sein.

Japan will laut einem Medienbericht den Verkauf von Autos mit Benzin- oder Diesel-Motoren bis 2035 beenden. Das Vorhaben solle nächste Woche bekannt gegeben werden und die Verbreitung von Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen weiter vorantreiben, berichtete die Zeitung "Mainichi Shimbun". Das japanische Industrieministerium werde bis zum Jahresende einen Plan ausarbeiten, sagte Regierungssprecher Katsunobu Kato. Regierungschef Yoshihide Suga hatte im Oktober das Jahr 2050 als Ziel für ein CO2-neutrales Japan ausgegeben.

Umweltaktivisten und die UNO hatten den Schritt begrüßt. Japan ist jedoch derzeit noch stark von fossilen Brennstoffen abhängig. Bisher hat die Regierung keine konkreten Pläne vorgelegt, wie das Ziel bis 2050 erreicht werden soll. Japanische Autobauer setzen aber schon lange auch auf alternative Antriebe. So war etwa Toyota der Pionier bei der Hybridtechnik. Der größte Autobauer der Welt verfolgt auch weiterhin ernsthaft die Brennstoffzelle - anders als die deutschen Hersteller. Dabei wird Wasserstoff als Treibstoff verwendet. Schädliche Abgase entstehen dabei nicht.

Die japanischen Autohersteller halten sich derzeit aber noch bedeckt, welche Auswirkungen diese Maßnahmen auf ihr Geschäft haben könnten. Toyota, Honda, Nissan und Allianzpartner Mitsubishi lehnten eine Stellungnahme ab. Die Unternehmensberater von Boston Consulting rechnen damit, dass in Japan der Anteil der Elektrofahrzeuge bis 2030 55 Prozent erreichen wird.

Auch in Europa scheinen die Verbrennungsmotoren Auslaufmodelle zu sein. Zumindest hat Großbritannien angekündigt, ab 2030 den Verkauf von Dieselautos und Benzinern zu verbieten. In Deutschland soll erst 2050 mit den klassischen Antrieben Schluss sein - wobei Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im September einen Ausstieg bis 2035 forderte.

Sorge bereitet den Autobauern derzeit vor allem die neue europäische Abgasnorm Euro 7, die 2025 kommen soll. "Mit der Einführung der geplanten EU-7-Norm wird die EU-Kommission Autos mit Verbrennungsmotor ab 2025 de facto verbieten", sagte die Chefin des Branchenverbandes VDA, Hildegard Müller Mitte November. Noch ist aber nichts entschieden, bisher gibt es lediglich eine Studie, die sehr strenge Abgasgrenzwerte vorschlägt. So streng, dass Verbrennungsmotoren sie kaum erreichen könnten. Der Diesel findet nach dem Boom früherer Jahre in Deutschland ohnehin schon immer weniger Abnehmer.

Im September hatte auch Kalifornien angekündigt, dass in dem US-Bundesstaat ab 2035 nur noch emissionsfreie Passagier-Neufahrzeuge verkauft werden sollten. Auf dem wichtigsten Markt China gibt es hingegen noch keine klare Entscheidung zu einem Verbrennerverbot.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP/dpa/rts

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