Politik

Umfragehoch dank Nordkorea Japan kündigt Neuwahlen an

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Konnte im Rahmen der Nordkorea-Krise die Gunst der Wähler zurückgewinnen: Japans Ministerpräsident Shinzo Abe.

(Foto: REUTERS)

Monatelang kämpft Japans Ministerpräsident Shinzo Abe gegen schlechte Umfragewerte, den Aufschwung bringt ausgerechnet Nordkorea. Denn in der Krise vertrauen die Japaner auf ihren Regierungschef - und der weiß das geschickt zu nutzen.

In Japan finden in Kürze vorgezogene Wahlen statt. Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte für Donnerstag die Auflösung des Unterhaus an. Damit wäre der Weg frei für Neuwahlen. Als Termin für die Wahl des neuen Parlamentes ist bereits der 22. Oktober im Gespräch.

Dabei handelt es sich wohl um einen kalkulierten Schritt. Der rechtskonservative Abe möchte für die Wahl die derzeit guten Umfragewerte für seine Partei und die Schwäche der Opposition nutzen. In den vergangenen Wochen erfuhren seine im Zuge von Skandalen gesunkenen Umfragewerte dank der Nordkorea-Krise, in der sich der 62-Jährige als starke Führungsfigur präsentieren konnte, wieder Aufschwung.

Zudem profitiert Abe von schlechten Umfragewerten der oppositionellen Demokratischen Partei. Allerdings bekommen er und seine Liberaldemokratische Partei (LDP) nun Konkurrenz durch eine neue Partei der beliebten Gouverneurin von Tokio, Yuriko Koike.

Zusätzlich hatte Abe zuvor dem Kabinett ein milliardenschweres Konjunkturprogramm vorgeschlagen, um der heimischen Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Damit könnte er weitere Wähler auf seine Seite ziehen. Das Konjunkturprogramm umfasst ein Maßnahmenpaket im Volumen von zwei Billionen Yen (rund 15 Milliarden Euro). Es soll bis Jahresende auf die Beine gestellt werden. Schwerpunkte sollen neben Bildung und Kinderbetreuung vor allem Anreize für höhere Unternehmensinvestitionen sein, mit denen die Produktivität angeschoben werden soll.

Quelle: ntv.de, lou/rts/AFP