Politik

"Richtige Absichten" Japanischer Minister verharmlost Hitler

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Taro Aso äußerte sich bereits vor Jahren wohlwollend zu Hitlers Politik.

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Für Japans Finanzminister Taro Aso sind Hitlers Absichten "richtig" gewesen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Politiker so über den Nationalsozialismus spricht.

Den Nationalsozialismus verharmlosende oder Adolf Hitler positiv darstellende Kommentare gab es schon häufiger aus Japan. Nun sorgt Finanzminister Taro Aso erneut mit Bemerkungen über Hitler für Irritationen. In einer Rede vor Mitgliedern der Parlamentsfraktion seiner Liberaldemokratischen Partei, die sich mit dem Verhalten von Politikern auseinandersetzte, sagte der Vizeministerpräsident: "Ich hinterfrage Ihre Motive nicht, warum Sie Politiker sind. Doch auf die Ergebnisse kommt es an. Hitler, der Millionen von Menschen auf dem Gewissen hat, war nicht gut, auch wenn seine Absichten richtig waren."

Das Simon-Wiesenthal-Center mit Sitz in Los Angeles äußerte "Schmerz und Enttäuschung" über Asos Bemerkungen. Der stellvertretende Direktor, Rabbi Abraham Cooper, bezeichnete sie im "Guardian" als "ausgesprochen gefährlich". Aso selbst bedauerte seine Äußerungen und nannte sie unangemessen. Er habe nicht die Absicht gehabt, den Nazi-Herrscher zu verteidigen. "Es war falsch, Hitler, als Beispiel zu zitieren", sagte er.

Bereits 2013 hatte Aso sich in einer Art über den Aufstieg Hitlers geäußert, die als Lob für diesen interpretiert wurde. Damals sprach er davon, dass Japan von der Taktik lernen solle, die Weimarer Verfassung mit der der Nazis zu ersetzen. Auch ein führender japanischer Währungshüter hatte im Juni mit Anmerkungen zu Hitlers Wirtschaftspolitik Kontroversen ausgelöst – er hielt sie für "wunderbar", auch wenn sie Hitler ermöglicht habe, schreckliche Dinge zu tun. Die Notenbank entschuldigte sich später für die Bemerkungen.

Erst Anfang dieser Woche hat das Simon-Wiesenthal-Center Ermittlungen gegen einen bekannten japanischen Schönheitschirurgen gefordert, der offenbar den Holocaust leugnete und lobte, was die Nazis zur Wissenschaft beigetragen hätten. "Wie großartig der Nationalsozialismus war", habe er während seines Studiums in Kiel gelernt, sagte der Chirurg: "Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Juden verfolgt wurden. Aber alles, was wir darüber wissen, beruht auf Hörensagen und den Informationen der Alliierten."

Im Zweiten Weltkrieg war Japan ein Verbündeter des nationalsozialistischen Deutschlands. Zusammen mit Italien bildeten die drei Länder die sogenannten Achsenmächte. Das Bündnis hielt, obwohl Hitlers Rassenpolitik die Japaner als minderwertig ansah - ein Umstand, der auch in Japan bekannt war.

Quelle: n-tv.de, pzi/rts