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Ein großer Teil der Rentner enthält schon heute Bezüge unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle.
Ein großer Teil der Rentner enthält schon heute Bezüge unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle.(Foto: dpa)
Donnerstag, 12. Juli 2018

Angst vor Altersarmut wächst: Jede zweite Rente liegt unter 800 Euro

Die Angst vor der Altersarmut treibt zukünftige Rentner um, doch Zahlen des Arbeitsministeriums zeigen, dass Rentner schon heute wenig Geld in der Tasche haben. 8,6 Millionen Pensionäre haben einem Medienbericht zufolge weniger als 800 Euro zum Leben.

Fast jede zweite Altersrente in Deutschland liegt einem Medienbericht zufolge unter 800 Euro im Monat. Das berichten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland unter Berufung auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion. Rund 8,6 Millionen Rentner erhielten Ende 2016 demnach eine Rente von weniger als 800 Euro monatlich - das entspricht einem Anteil von 48 Prozent. 62 Prozent der Rentner bekamen weniger als 1000 Euro überwiesen.

Das Ministerium legt in dem Bericht aber Wert auf die Feststellung, dass die Rentenhöhe für sich genommen nur eingeschränkt Hinweise auf die Einkommenssituation im Alter liefert. Grund dafür sei, dass weitere Einkommen nicht berücksichtigt würden - etwa die anderer Haushaltsmitglieder. 

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann ist dennoch alarmiert. "Die Zahlen zeigen, dass schon heute ein großer Teil der Rentnerinnen und Rentner gesetzliche Rentenbezüge unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle und sogar unter der Grundsicherungsschwelle erhält", sagte Zimmermann dem RND. "Mit Blick auf die Zukunft sind diese Werte besorgniserregend. Die Biografien künftiger Rentengenerationen werden anders aussehen als die heutiger Rentnerinnen und Rentner."

Die Zahlen des Arbeitsministeriums beziehen sich dem Bericht zufolge auf Renten nach Sozialversicherungsbeiträgen, jedoch vor Abzug von Steuern. Daten für 2017 liegen demnach noch nicht vor.

Quelle: n-tv.de