Politik

Schlappe für Oberbefehlshaber Trump Jemen untersagt USA weitere Militäreinsätze

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Für US-Präsident Donald Trump ist der Militäreinsatz nach wie vor ein "Erfolg".

(Foto: AP)

Nach dem fehlgeschlagenen ersten Militäreinsatz unter dem Oberbefehl von US-Präsident Trump verweigert der Jemen den USA weitere Operationen auf jemenitischen Boden. Für Trump wird es nun schwieriger, seinen Anti-Terror-Kampf im Ausland fortzusetzen.

Der Jemen hat offenbar aus Verärgerung über die fehlgeschlagene Militäroperation eines US-Spezialkommandos gegen Al-Kaida in der vergangenen Woche seine Zustimmung zu weiteren Anti-Terror-Einsätzen der Vereinigten Staaten auf jemenitischem Boden zurückgezogen. Das berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf US-Militärkreise. Bei dem 50-minütigen Schusswechsel in der Provinz Al-Baida waren nach örtlichen Angaben 30 Menschen getötet worden - darunter zahlreiche Kinder. Auch ein Soldat der US-Navy Seals kam ums Leben. Es war die erste Militäroperation, die vom neuen US-Präsidenten Donald Trump befehligt wurde.

Obwohl das Weiße Haus den Einsatz weiterhin als Erfolg bezeichnet, ist die Aussetzung der Genehmigung für Anti-Terror-Operationen seitens der jemenitischen Führung ein Rückschlag für Trump. Er hatte angekündigt, den Kampf gegen Islamisten im Ausland verschärfen zu wollen. Fraglich ist auch, ob das Pentagon vom Präsidenten in Zukunft mehr Freiraum für die Planung und Ausführung von Militäreinsätzen im Jemen erhalten wird. An einer solchen Freigabe war die US-Behörde schon in den letzten Monaten der Amtszeit von Barack Obama gescheitert, wie die "New York Times" berichtet.

Obama hatte die endgültige Entscheidung darüber seinem Nachfolger überlassen. Und Trump schien dem Vorschlag zunächst auch nicht abgeneigt zu sein. Allerdings könnte sich das nun geändert haben. Der Republikaner hatte der Mission am 29. Januar zugestimmt - und musste sich nach dem Fehlschlag Vorwürfe aus Militärkreisen gefallen lassen, wonach er seine Entscheidung für die Operation übereilt und auf Grundlage fehlender Informationen getroffen habe. Seine Sicherheitsberater bestritten dies. Sie erklärten, die Mission sei vollständig geprüft worden. Zudem hätten alle erforderlichen rechtlichen Freigaben vorgelegen.

Einsatz empört Jemens Regierung

Weder vom Weißen Haus noch von der jemenitischen Regierung war bisher eine offizielle Bestätigung in der Sache zu erhalten. Auch das Pentagon äußerte sich zunächst nicht. Laut "NY Times" ist das Verbot für US-geführte Operationen im Jemen aber von mehreren inoffiziellen Stellen bestätigt worden. Womöglich hängt die Entscheidung aber auch mit der Tatsache zusammen, dass der Jemen eines jener sieben mehrheitlich muslimischen Länder ist, die von Trumps Einreiseverbot betroffen sind.

Der jemenitische Botschafter, Ahmed Awad bin Mubarak, sagte in einem Interview mit dem Sender Al Jazeera, der Jemen sei weiterhin ein wichtiger Partner im Kampf gegen den Terrorismus. Allerdings dürfe die Zusammenarbeit nicht "auf Kosten des jemenitischen Volkes oder der Souveränität des Landes" gehen. Der fehlgeschlagene Einsatz in Al-Baida hatte im Jemen heftige Reaktionen ausgelöst. Aus Regierungskreisen hieß es, die Operation sei nicht ausreichend mit dem Land abgestimmt worden. Jemens Außenminister, Abdul Malik Al Mekhlafi, hatte die Aktion via Twitter als "außergerichtliche Tötungen" bezeichnet.

Quelle: ntv.de, jug