Politik

Terroristen schlagen in Türkei zu Journalist entrinnt IS-Mordanschlag

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Sein Bruder wurde bereits ermordet, nun wurde auch Ahmed Abdelkader Opfer eines IS-Anschlags - doch er überlebte.

Im vergangenen Oktober ermorden IS-Terroristen einen syrischen Journalisten in der Türkei. Nun schlägt die Miliz wieder zu und versucht, den Bruder des damaligen Opfers zu erschießen.

In der Türkei haben Unbekannte versucht, einen syrischen Exil-Journalisten und Kritiker des Islamischen Staates (IS) zu ermorden. Die beiden Täter hätten am Sonntagabend von einem Motorrad aus dreimal auf den Chefredakteur der arabischsprachigen Wochenzeitung "Ayn Vatan" (Heimat im Blick) geschossen, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan.

Der 33-jährige Journalist Ahmed Abdelkader überlebte demnach nur knapp. Kader werde im Krankenhaus behandelt, hieß es, sein Zustand sei stabil. Das Attentat ereignete sich in Sanliurfa an der türkisch-syrischen Grenze.

Das Online-Medium berichtet über Ereignisse in Syrien und richtet sich vor allem an Flüchtlinge in der Türkei. Der IS bekannte sich über die ihm nahestehende Nachrichtenagentur Amaq zu der Tat. Nach Angaben von Kollegen stand Kader auch Anti-IS-Aktivisten nahe. Zu einer ähnlichen Tat im vergangenen Oktober hatte sich ebenfalls der IS bekannt.

Arbeit im Exil

Abdelkaders Bruder und "Ayn Vatans" ehemaliger Geschäftsführer Ibrahim Abdelkader war im Oktober gemeinsam mit einem Freund in Sanliurfa ermordet worden. Viele syrische Journalisten leben und arbeiten seit ihrer Flucht aus ihrer Heimat in den grenznahen türkischen Städten Sanliurfa und Gaziantep. Mehrere von ihnen wurden bereits Opfer von Mordanschlägen.

International Bestürzung hatte im vergangenen Dezember die Ermordung des syrischen Aktivisten Nadschi Dscherf ausgelöst. Der Filmemacher, der in Dokumentarfilmen den IS angeprangert hatte, war auf einer Straße in Gaziantep erschossen worden.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP