Politik

Lieber Freund als Feind Juncker reist für Handelsdialog zu Trump

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Jean-Claude Juncker will US-Präsident Trump von einer "stärkeren Wirtschaftspartnerschaft" überzeugen.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Trotz des Handelsstreits zwischen Europa und den Vereinigten Staaten wollen beide Seiten den Dialog nicht abreißen lassen. Schon kommende Woche will EU-Kommissionschef Juncker deshalb nach Washington reisen - und im Idealfall die Wogen glätten.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker reist am 25. Juli zu Handelsgesprächen mit US-Präsident Donald Trump nach Washington. Juncker und Trump würden bei dem Treffen am Mittwoch kommender Woche über eine Verbesserung der transatlantischen Handelsbeziehungen und eine "stärkere Wirtschaftspartnerschaft" verhandeln, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Die USA hatten zuletzt Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa erhoben, die EU reagierte mit Gegenzöllen.

Bei dem Treffen von Juncker und Trump stehen auch außenpolitische Themen auf der Tagesordnung, wie die Kommission mitteilte - ebenso wie die Punkte Terrorabwehr und Energiesicherheit. Am Montag hatte sich der US-Präsident zu seinem ersten bilateralen Gipfel mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin in Helsiniki getroffen und damit bei den traditionellen US-Verbündeten die Sorge vor einseitigen Deals ausgelöst.

Beim G7-Gipfel in Kanada war es im Juni wegen der Handelspolitik zum Eklat gekommen. Trump zog nachträglich seine Unterstützung für die Abschlusserklärung des Gipfels zurück. In einem Interview hatte Trump die EU zuletzt sogar als "Feind" im Handel bezeichnet und dies mit aus seiner Sicht unfairen Handelspraktiken der Europäer begründet.

EU-Ratspräsident Donald Tusk widersprach Trump umgehend. "Amerika und die EU sind beste Freunde", hatte Tusk am Sonntag auf Twitter erklärt. "Wer auch immer sagt, wir seien Feinde, verbreitet Fake News." Auch Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte, natürlich seien die europäischen und die amerikanischen Unternehmen Wettbewerber, aber letztlich gehe es um die politischen Beziehungen. "Und da haben Europa und die USA gleiche Interessen in der Welt."

Quelle: n-tv.de, jug/dpa/AFP

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