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Transparenz und Sicherheit Kabinett beschließt Implantateregister

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Ab 2021 sollen alle eingesetzten Implantate in einer zentralen Datei erfasst werden.

(Foto: imago/JOKER)

Jährlich werden in Deutschland Hunderttausende Implantate eingesetzt. Künftig sollen diese ausnahmslos in einem zentralen Register erfasst werden. Unter anderem könnten so frühzeitig Komplikationen entdeckt und Patienten informiert werden.

Implantate wie Prothesen und Herzschrittmacher sollen in Deutschland künftig zentral registriert werden, um mehr Qualität und Sicherheit für die Patienten zu erreichen. "Dadurch wissen wir künftig, wer welches Implantat bekommen hat", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn. Das Bundeskabinett beschloss dafür den Aufbau einer verpflichtenden staatlichen Datenbank, die voraussichtlich 2021 mit den ersten erfassten Produkten starten soll.

"Das Register ist keine abstrakte Meldestelle", sagte der CDU-Politiker. Es solle konkret die Sicherheit und Information für Patienten verbessern und mehr Transparenz schaffen. "Wenn wir Probleme mit einem Produkt feststellen, können wir dann schnell abfragen, ob es ähnliche Fälle gibt und im Zweifelsfall Patienten warnen", sagte er weiter.

Rufe nach einer schärferen Aufsicht waren unter anderem nach dem 2010 aufgeflogenen Skandal um minderwertige Brustimplantate des französischen Herstellers PIP laut geworden, bei denen jahrelang ein nicht zugelassenes Silikongel verwendet wurde. Schon die vorige große Koalition hatte sich ein Register vorgenommen, es bis zur Bundestagswahl 2017 dann aber nicht mehr umgesetzt.

Zuerst Hüft- und Brustimplantate

Das künftige "Implantateregister Deutschland" soll beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (Dimdi) entstehen, das dem Bundesministerium untersteht. Kliniken, Praxen und die Kassen müssen es dann an diese Datenbank melden, wenn Patienten ein Implantat einoperiert wird - egal, ob gesetzlich oder privat versichert und auch bei Selbstzahlerleistungen wie Schönheits-OPs. Hersteller von Implantaten müssen ihre Produkte registrieren, sonst können die Kosten nicht mehr über die Kassen abgerechnet werden.

Der Aufbau der Datenbank ist schrittweise geplant. Voraussichtlich ab Mitte 2021 sollen als erstes Hüftgelenk- und Knie-Endoprothesen erfasst werden, von denen im Jahr etwa 440.000 eingesetzt werden. Auch die ungefähr 65.000 Eingriffe für Brustimplantate sollen schon zum Start registriert werden. Dann sollen nach und nach alle anderen Produkte folgen. Geregelt werden soll auch, wie Daten aus bestehenden freiwilligen Registern übernommen werden können. Generell soll beim Robert-Koch-Institut eine "Vertrauensstelle" eingerichtet werden, die personenbezogene Angaben zum Datenschutz verschlüsselt. 

Führt Register zu besseren Produkten?

Anders als bisherige Datenbanken soll das staatliche Register 100 Prozent der Produkte erfassen. Erkennbar sein soll damit auch, welche Lebensdauer Implantate haben, ob es womöglich Muster bei bestimmtem Komplikationen gibt oder manche Kliniken öfter Probleme haben. "Hier wird mehr Transparenz zu besseren Ergebnissen zwingen", sagte Spahn.

Er nannte auch schon ein Beispiel des künftigen Nutzens: Frankreich wolle am morgigen Donnerstag Import und Anwendung für Brustimplantate mehrerer Hersteller verbieten, bei denen Verdacht auf krebserregende Wirkung bestehe. Da die genauen Ursachen und Zusammenhänge noch nicht klar erforscht seien, werde Deutschland dem - zum jetzigen Zeitpunkt - nicht folgen. Gäbe es das Register schon, könnten alle betroffene Frauen darüber aber schnell erreicht und informiert werden.

Quelle: n-tv.de, dpa

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