Politik

300 Sicherheitskräfte getötet Kabul meldet blutigste Woche seit 19 Jahren

7eb7b6750de29fcaf69457579f451029.jpg

Der Sicherheitsrat beklagt so viele Gewalt-Opfer durch die Taliban wie seit beinahe zwei Jahrzehnten nicht.

(Foto: REUTERS)

Der Sicherheitsrat in Afghanistan wirft den Taliban vor, in der vergangenen Woche Hunderte Sicherheitskräfte getötet oder verletzt zu haben. Die Taliban widersprechen. Für den Friedensprozess ist wieder die aufflammende Gewalt eine schwere Hypothek.

In Afghanistan haben die radikalislamischen Taliban binnen einer Woche fast 300 Sicherheitskräfte getötet. Die vergangene Woche sei damit die "tödlichste" in dem seit 19 Jahren andauernden Konflikt gewesen, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Dschawid Faisal. Die neue Welle der Gewalt gefährdet auch die geplanten Friedensgespräche zwischen der Regierung und den Taliban.

Bei insgesamt 422 Angriffen in 32 Provinzen hätten die Taliban 291 Sicherheitskräfte getötet und 550 weitere verletzt, erklärte Faisal. Die Verpflichtung der Taliban, die Gewalt im Land zu reduzieren, sei also "bedeutungslos". Ihre Handlungen widersprächen ihrer "Friedensrhetorik, sagte Faisal.

Gewöhnlich veröffentlicht die Regierung keine Daten zu den Verlusten eigner Kräfte, der Sicherheitsrat hatte jedoch vor einer Woche bereits eine ähnliche Statistik herausgegeben. Am Montag töteten bewaffnete Unbekannte zwei Staatsanwälte, zwei ihrer Mitarbeiter und einen Fahrer, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Justizbeamten seien auf dem Weg zur Haftanstalt in Bagram nördlich von Kabul gewesen.

Mehr zum Thema

Die Taliban wiesen die Angaben der Regierung zurück. Die Regierung wolle mit den falschen Opferzahlen "dem Friedensprozess und den innerafghanischen Gesprächen schaden", sagte der Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid. Die Taliban hätten in der vergangenen Woche zwar einige Angriffe verübt, jedoch hauptsächlich zur Verteidigung.

Die USA hatten mit den Taliban am 29. Februar in Doha (Katar) ein Abkommen unterzeichnet. Dieses sieht einen Abzug der internationalen Truppen vor und soll den Weg für innerafghanische Friedensgespräche bereiten. Bis zu 5000 Taliban sollten im Tausch gegen 1000 Gefangene der Rebellen freikommen. Die afghanische Regierung war nicht an dem Deal beteiligt worden, was zu Spannungen führte. Die Gewalt in Afghanistan war nach einer kurzzeitigen Waffenruhe im Mai deutlich zurückgegangen, inzwischen nimmt sie aber wieder zu.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa