Trump-Ehrungen "erbärmlich"Gavin Newsom kritisiert Europas Regierungschefs scharf
Kaliforniens Gouverneur Newsom gehört zu Trumps lautesten Kritikern. In Davos warnt er vor der Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten. Er kritisiert, dass viele Regierungschefs Europas bei den Drohungen aus dem Weißen Haus häufig klein beigeben und ruft zu mehr Rückgrat auf.
Der Gouverneur Kaliforniens, Gavin Newsom, hat Europas Staats- und Regierungschefs wegen der aus seiner Sicht unterwürfigen Haltung gegenüber US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. "Ich kann diese Komplizenschaft nicht mehr ertragen, wie Leute klein beigeben", sagte der Gouverneur des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats dem britischen Sender Sky News beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Hinblick auf europäische Politiker.
Er fügte hinzu: "Ich hätte einen Haufen Knieschoner mitbringen sollen für die ganzen Staatenlenker." Trump mit Ehrungen zu überhäufen, sei "erbärmlich", so der US-Politiker. Es sei an der Zeit, Haltung zu zeigen, forderte er. "Es ist Zeit, ernst zu machen und mit der Komplizenschaft Schluss zu machen. Es ist Zeit, aufzustehen, standhaft zu sein und Rückgrat zu zeigen", so Newsom weiter.
Der Demokrat gehört zu den lautstärksten Kritikern Trumps. US-Medienberichten zufolge wird er inzwischen als Präsidentschaftskandidat seiner Partei gehandelt. Auch seine Teilnahme am Weltwirtschaftsforum ist längst nicht die erste. Schon als Bürgermeister vom Silicon Valley nahen San Francisco war er zwischen 2004 und 2011 mindestens fünfmal nach Davos gereist.
Seiner Sprecherin zufolge will er seinen diesjährigen Besuch nutzen, um auf großer Bühne vor Trumps Wirtschaftsplänen und einer bedingungslosen Teilhabe durch die Europäer zu warnen. In einer Pressemitteilung kritisierte er die Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten als "Trump First". Demzufolge belohnt der Präsident nur seine engsten Unterstützer, bestraft jegliche Kritiker und belastet den Rest.
Vielmehr warb er für die eigene Vorgehensweise in Kalifornien und verwies auf die Top-Universitäten des Bundesstaats, Offenheit und Innovation. Der kalifornische Gouverneur hält seine Rede am Donnerstag – einen Tag nach US-Präsident Trump.
