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Wenn Merkel trotzdem lacht Kanzlerin empfängt närrische "Prinzenpaare"

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Na? Ist das nicht lustig? Kanzlerin Merkel "erträgt" den Karneval.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Kanzlerin ist nicht für Büttenreden-reifen Humor bekannt. Dennoch bekommt sie vom Bund Deutscher Karneval einen Orden umgehängt. Das närrische Gefrotzel, sagt sie, "ertrage ich relativ leicht". Das kommt so trocken, dass es fast schon wieder lustig ist.

Angela Merkel sieht den Karneval als deutschen Kulturschatz - und erträgt es gelassen, wenn sie in Büttenreden und bei Umzügen durch den Kakao gezogen wird. "Dass man im Karneval nicht nur miteinander, sondern auch übereinander lachen kann, das erfahren wir ja in der Politik oft genug", sagte Merkel bei ihrem Empfang für den Bund Deutscher Karneval und Abordnungen mit "Prinzenpaaren" aus den Bundesländern. Aber sie ertrage das mit Humor. "Und das fällt uns - ich kann auch sagen mir - relativ leicht", meinte Merkel.

Karneval sei Brauchtum im besten Sinne des Wortes, sagte die Kanzlerin. Man brauche einen solchen Kulturschatz, der mehr Farbe in den Alltag bringe. Der Karneval verbinde Tradition und Innovation, weil er sich quasi jedes Jahr mit neuen Musikstücken und Umzugswagen neu erfinde. Ob es wohl als kleine Spitze gedacht war, als Merkel fast zum Schluss ihrer kurzen Rede noch sagt: "Dass hier im Kanzleramt die Musik spielt, ist zumindest heute kaum zu überhören."

Merkel mit Karnevalsorden.

Merkel mit Karnevalsorden.

(Foto: picture alliance/dpa)

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus haben in jüngster Zeit wiederholt betont, dass es - anders als Merkel noch CDU-Vorsitzende war - bei der Machtverteilung in der Union nun um einen Dreiklang gehe: Partei, Fraktion und Kanzleramt. Als die Kanzlerin dann vom Präsidenten des Bundes Deutscher Karneval, Klaus-Ludwig Fees, den Jubiläumsorden umgehängt bekommt, gibt's doch noch eine Merkel-Schnute zu sehen. Was sie da wohl gedacht hat?

Die Karnevalssaison steuert ihrem Höhepunkt entgegen: Nachdem die Narren am 11. November um 11.11 Uhr in die fünfte Jahreszeit starteten, steht mit der Eröffnung des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht am Donnerstag kommender Woche die Hochphase der Faschingssaison bevor, die in den Rosenmontagszügen am 4. März gipfelt. Zwei Tage später heißt es dann wieder: Am Aschermittwoch ist alles vorbei.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa/AFP

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