Politik

Enge Beraterin ihres Vaters Kapitol-Ausschuss will Ivanka Trump befragen

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Zwei Tage vor dem Sturm auf das Kapitol machte Ivanka Trump zusammen mit ihrem Vater Wahlkampf in Georgia.

(Foto: REUTERS)

Als Hunderte Anhänger des abgewählten US-Präsidenten im Januar 2021 das Kapitol in Washington erstürmen, war Ivanka Trump an der Seite ihres Vaters. Wie nahm sie die Ereignisse damals wahr? Welchen Beitrag leistete sie für eine Deeskalation? Diese und andere Fragen wollen Abgeordnete ihr bald stellen.

Der Untersuchungsausschuss zur Erstürmung des US-Kapitols will die Tochter von Ex-Präsident Donald Trump, Ivanka Trump, als Zeugin befragen. Die 40-Jährige habe an dem Tag in "Schlüsselmomenten in direktem Kontakt" zu ihrem Vater gestanden, erklärte der Ausschussvorsitzende Bennie Thompson von der Demokratischen Partei. Ivanka Trump ist die erste Verwandte des früheren Staatsoberhauptes, an die sich das Gremium wendet.

Die Beteiligten erhoffen sich von Trump Informationen zu den Vorgängen und Gesprächen im Weißen Haus rund um den Angriff auf den Sitz des US-Kongresses vor einem Jahr, wie der Ausschuss des Repräsentantenhauses mitteilte. Zudem könnte sie Informationen zu den Bemühungen des Republikaners haben, den Wahlsieg des Demokraten Joe Biden zu untergraben, hieß es weiter. Dabei gehe es etwa um angebliche Versuche ihres Vaters, seinen Stellvertreter Mike Pence zu überreden, eine Zertifizierung des Biden-Siegs zu blockieren. Thompson schrieb in einem Brief an Ivanka Trump, sie habe am Morgen des 6. Januar 2021 im Oval Office im Weißen Haus einem Telefonat ihres Vaters mit Pence zu diesem Thema beigewohnt.

Von besonderem Interesse seien auch Ivanka Trumps Wissen und Beteiligung an den Diskussionen im Weißen Haus, nachdem die gewaltsame Erstürmung des Kapitols begonnen hatte, erklärte der Ausschuss. Zeugenaussagen legten nahe, dass sie aufgefordert worden sei, auf ihren Vater einzuwirken und ihn dazu zu drängen, die Gewalt seiner Anhänger öffentlich zu verurteilen. Eine unter Eid erfolgte Zeugenaussage weise auch darauf hin, dass Trump deshalb mehrfach mit ihrem Vater gesprochen habe. Der Ausschuss sei auch "besonders interessiert" an der Frage, wieso Donald Trump anschließend nicht live vor die Kameras getreten sei, sondern sich mit einer vorab aufgenommenen Videobotschaft an die Nation gewandt habe, hieß es weiter.

Der Ausschuss lud Ivanka Trump nicht unter Strafandrohung vor, sondern bat sie, freiwillig mit dem Gremium zu kooperieren. Als Zeitpunkt wurde Trump der 3. oder 4. Februar vorgeschlagen. Die Anhörungen des Gremiums sind in der Regel nicht öffentlich.

Nach einer anstachelnden Rede Trumps hatten dessen Anhänger den Sitz des Kongresses in der Hauptstadt Washington am 6. Januar 2021 erstürmt, um die Bestätigung von Bidens Wahlsieg zu verhindern. Bei dem Angriff kamen fünf Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Die Attacke auf das Herz der US-Demokratie erschütterte das Land.

Der vom Repräsentantenhaus eingesetzte Untersuchungsausschuss soll die genauen Hintergründe der Attacke aufklären. Das Gremium hat bereits mehrere Schlüsselfiguren in Trumps Umfeld vorgeladen, zuletzt dessen früheren Anwalt Rudy Giuliani. Ivanka Trump wird häufig als Lieblingskind von Donald Trump bezeichnet. Während der Präsidentschaft ihres Vaters arbeitete sie offiziell als Beraterin im Weißen Haus. Auch ihr Ehemann Jared Kushner war ein wichtiger Trump-Berater.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP

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