Politik

"Sollten Tonalität ändern" Karliczek plädiert für Klima-Optimismus

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In diesem Sommer wurden an mehreren Orten in Deutschland Temperaturen jenseits der 40 Grad gemessen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Klimawandel ist eine Herausforderung. Doch Bundesforschungsministerin Karliczek ist überzeugt: Deutschland kann diese Aufgabe bestehen. Sie selbst will einen Beitrag dazu leisten und die eigene CO2-Bilanz auf den Prüfstand stellen.

In der Klimadebatte hat sich Bundesforschungsministerin Anja Karliczek Forderungen nach weniger Inlandsflügen von Politikern angeschlossen. Es werde sich zwar auch in Zukunft nicht jeder Flug vermeiden lassen, weil viele Terminkalender, auch die von Politikern, eng gestrickt seien, sagte die CDU-Politikerin. "Jeder muss sich jedoch überlegen, wann er in Zukunft auch persönlich etwas für eine gute Zukunft tun kann. Ich schließe mich gern an." Die beste CO2-Einsparung erbringe die Reise, die nicht stattfinden müsse.

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"Jeder muss sich jedoch überlegen, wann er in Zukunft auch persönlich etwas für eine gute Zukunft tun kann", sagt Anja Karliczek.

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Im Juli war bekannt geworden, dass die Mitarbeiter der Bundesministerien und ihrer nachgeordneten Behörden im vergangenen Jahr fast 230.000 Inlandsflüge absolviert haben - viele davon zwischen Bonn und Berlin, weil die Ministerien in beiden Städten Dienstsitze haben. Der Umweltausschuss des Bundestags hatte daraufhin angekündigt, künftig Flugreisen zu reduzieren und stärker auf Videokonferenzen zu setzen.

Karliczek rief mit Blick auf den Klimawandel zugleich zu mehr Optimismus auf. Die Klimaveränderungen stellten zwar eine Bedrohung dar und die Gefahren könne man nicht zum Nulltarif abwenden. "Aber wir sollten vielleicht unsere Tonalität ändern", forderte die Ministerin. Der Herausforderung müsse man mutig und mit Zuversicht begegnen. Deutschland habe das Wissen und die Fähigkeiten, über Innovationen die richtigen Antworten auf den Klimawandel zu liefern. "Es ist eine Herausforderung, aber wir werden sie bestehen. Das muss unsere Haltung sein."

Klimakabinett präsentiert Maßnahmen im September

Karliczeks Parteikollege, Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, hatte der Bundesregierung vorgeworfen, sie mache den Leuten mit ihren Klimaschutzplänen Angst. Die Akzeptanz von Klimaschutzmaßnahmen bei den Menschen werde davon abhängen, dass die Belastungen durch eine CO2-Bepreisung gerecht seien, sagte Karliczek. Sie müssten sozial ausgewogen sein. "Dabei muss insbesondere auf das Leben im ländlichen Raum geachtet werden. Sehr viele Bürgerinnen und Bürger sind dort auf das Auto angewiesen. Das muss bei einer CO2-Bepreisung mitbedacht werden."

Das Klimakabinett der Bundesregierung will am 20. September ein Paket mit konkreten Klimaschutzmaßnahmen beschließen, um sicherzustellen, dass Deutschland beim Einsparen von Treibhausgasen schneller vorankommt. Möglicherweise wird ein sogenannter CO2-Preis eingeführt, der den Ausstoß von Kohlendioxid und damit Heizen oder Autofahren teurer macht. Auf der anderen Seite soll es Entlastungen geben. "Der Klimawandel wird erhebliche Kosten verursachen, unabhängig davon, ob wir engagiert dagegen vorgehen oder den Dingen ihren Lauf lassen", sagte Forschungsministerin Karliczek. Der Preis für die Gesellschaft werde aber um ein Vielfaches höher sein, wenn man nicht entschlossen handele.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa