Politik

Für Unabhängigkeitsreferendum Katalanische Bürgermeister demonstrieren

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Die Botschaft ist klar.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Die Katalanen wollen über die Unabhängigkeit ihrer Region von Spanien abstimmen. Doch die Zentralregierung in Madrid stemmt sich mit aller Macht gegen das Referendum. Nun wehren sich Hunderte Bürgermeister - und gehen in Barcelona auf die Straße.

Hunderte katalanische Bürgermeister haben in Barcelona für das umstrittene Referendum über eine Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien demonstriert und damit den juristischen Drohungen der Zentralregierung getrotzt. Mehr als 700 der 948 Bürgermeister der nordostspanischen Region versammelten sich am Sitz der Regionalregierung, wo sie vom katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont empfangen wurden. Sie schwenkten ihre Amtsstäbe und riefen "Wir werden abstimmen" und "Unabhängigkeit".

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Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont will das Referendum durchsetzen.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Während die Lokalpolitiker die katalanische Hymne "El segadors" anstimmten, rief eine vor dem Regierungssitz versammelte Menge: "Wir stehen hinter euch." Die spanische Generalstaatsanwaltschaft hatte am Mittwoch die Staatsanwälte in Katalonien angewiesen, Bürgermeister, die sich an der "Organisation der illegalen Abstimmung" beteiligen wollten, vorzuladen. Wenn die Kommunalpolitiker dieser Aufforderung nicht nachkämen, könnten sie festgenommen werden.

"Wir sind keine Verbrecher", riefen zahlreiche Bürgermeister, darunter Josep Sole, der dem Dorf La Maso vorsteht. Trotz der Gefahr einer Festnahme schlafe er "vollkommen ruhig", sagte der 74-jährige Politiker. Er demonstriere nicht für die Unabhängigkeit, sondern für das Wahlrecht der Katalanen.

Die katalanische Regionalregierung hat die Volksabstimmung über eine Unabhängigkeit von Spanien für den 1. Oktober angesetzt. Das spanische Verfassungsgericht erklärte das in Barcelona beschlossene Referendumsgesetz für ungültig.

Referendum ist umstritten

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy rief die Katalanen zum Boykott der Abstimmung auf. Am Freitag teilte sein Haushaltsminister Cristóbal Montoro mit, Madrid habe ein "neues System zur Kontrolle der Ausgaben" von Katalonien eingeführt, damit die Regionalregierung keine "illegalen Aktivitäten" im Zusammenhang mit der Volksabstimmung finanziere.

Regierungschef Puigdemont wandte sich bei der Demonstration gegen die "Drohungen" aus Madrid. "Unterschätzen Sie nicht die Kraft des katalanischen Volkes", sagte er. Damit reagierte er offenbar auf eine Warnung Rajoys, die dieser am Vortag an die Unabhängigkeitsbefürworter gerichtet hatte. "Unterschätzen Sie nicht die Kraft der spanischen Demokratie", hatte Rajoy gesagt. "Der Rechtsstaat funktioniert."

Im Regionalparlament haben die Unabhängigkeitsbefürworter seit 2015 die Mehrheit. Viele größere katalanische Städte sind aber gegen eine Loslösung von Spanien. Besonderes Augenmerk liegt auf Barcelona. Bürgermeisterin Ada Colau befürwortet das Referendum, will sich aber nicht direkt an der Organisation beteiligen. Sie gab bekannt, dass sie mit Puigdemont eine Vereinbarung erzielt habe, dank der die Menschen in Barcelona abstimmen könnten, ohne die Institutionen oder Staatsbediensteten in Gefahr zu bringen. Details dazu gaben weder Colau noch Puigdemont bekannt.

Die katalanische Gesellschaft ist Umfragen zufolge gespalten hinsichtlich einer Loslösung von Spanien. Allerdings fordert die Mehrheit der Katalanen, ihre Haltung in einem Referendum kundtun zu können.

Quelle: n-tv.de, sba/AFP

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