Kein Zeitplan für KriegsendeHegseth: Undankbare Europäer sollten Trump danken

Die Kritik in Europa an den US-israelischen Angriffen auf den Iran wird immer lauter. Das stößt bei US-Verteidigungsminister Hegseth auf Unverständnis. Die USA erledigten mit dem Vorgehen gegen die Islamische Republik gerade die "Arbeit der freien Welt", findet er.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat den Angriff der Vereinigten Staaten auf den Iran verteidigt und von den Europäern Dankbarkeit dafür eingefordert. "Die Welt, der Nahe Osten, unsere undankbaren Verbündeten in Europa und sogar Teile unserer eigenen Presse sollten Präsident Trump eines sagen: 'Vielen Dank. Danke für den Mut, diesen Terrorstaat daran zu hindern, die Welt mit Raketen in Geiselhaft zu nehmen, während er versucht, eine Atombombe zu bauen. Danke, dass Sie die Arbeit der freien Welt erledigen'", sagte Hegseth vor Journalisten in Washington.
Es gebe keinen Zeitplan für ein Ende des Iran-Kriegs. Er würde "keinen endgültigen Zeitrahmen festlegen", ergänzte Hegseth im Pentagon. Letztlich sei es Präsident Donald Trump, der über das Ende des Einsatzes entscheide. Bereits vor zehn Tagen hatte Trump den Krieg "so gut wie beendet" genannt und als "kurzen Ausflug" bezeichnet. Seitdem setzen die USA und Israel ihre Luftangriffe jedoch unverändert fort. Hegseth fügte hinzu, die USA lägen bei ihren Kriegszielen "sehr gut im Plan".
Ziel sei weiterhin die Zerstörung der iranischen Raketenabschussrampen, der Rüstungsindustrie und der Marine, sagte Hegseth, der sich selbst als Kriegsminister tituliert. Zudem solle verhindert werden, dass der Iran jemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange. US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard hatte am Mittwoch erklärt, der Iran habe seine Nuklearanlagen seit den vernichtenden US-israelischen Luftangriffen vom vergangenen Juni nicht wieder aufgebaut.
Die Kritik an den europäischen Verbündeten kommt zu einer Zeit, in der die Weigerung Berlins, Paris' und Londons, sich direkt an der Seite der USA und Israels in den Konflikt zu begeben, einen tiefen Riss im westlichen Bündnis markiert. Bundeskanzler Friedrich Merz machte am Mittwoch im Bundestag klar, dass er zwar die Bedrohung der Nachbarstaaten durch den Iran sehe, die Logik des US-israelischen Krieges jedoch anzweifle.
Es fehle bislang ein überzeugendes Konzept für den Einsatz. Die US-Regierung habe Deutschland vorab nicht konsultiert. "Wir hätten abgeraten, diesen Weg so zu gehen, wie er gegenwärtig gegangen ist." Solange der Krieg andauere, werde sich Deutschland nicht an der militärischen Sicherung der Schifffahrtswege beteiligen. Vor dem EU-Gipfel in Brüssel betonte Merz am Donnerstag, dass es kein internationales Mandat für den Krieg gebe. US-Präsident Trump hatte seine Verbündeten zuvor aufgefordert, sich dem militärischen Vorgehen gegen den Iran anzuschließen und Kriegsschiffe zur Öffnung der Straße von Hormus zu entsenden.