Politik

Bericht über mögliche BestrafungKeine US-Unterstützung mehr? London bekräftigt Anspruch auf Falklandinseln

24.04.2026, 15:06 Uhr
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Büste der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher in der Stadt Stanley auf den Falklandinseln. (Foto: IMAGO/Pond5 Images)

Vor dem Staatsbesuch des britischen Königs in den USA ist die Beziehung zwischen London und Washington so angespannt wie lange nicht. Ein Medienbericht über mögliche Strafmaßnahmen wegen angeblich mangelnder Unterstützung im Iran-Krieg befeuert die Krise weiter.

Nach einem Medienbericht über mögliche US-Strafmaßnahmen gegen "schwierige" Nato-Mitglieder sieht sich die britische Regierung gezwungen, die Souveränität des Vereinigten Königreichs über die Falklandinseln in der Nähe von Argentinien zu betonen. Die Falklandinseln hätten sich "mit überwältigender Mehrheit" dafür ausgesprochen, ein Überseegebiet zu bleiben, sagte ein Regierungssprecher in London. Das Selbstbestimmungsrecht sei von größter Bedeutung und außerdem lasse sich das Vereinigte Königreich nicht unter Druck setzen.

Dem unbestätigten Bericht zufolge soll im Pentagon eine Mitteilung kursieren, in der Maßnahmen gegen "schwierige" Nato-Mitglieder vorgeschlagen werden, die das US-Militär im Krieg gegen den Iran nicht ausreichend unterstützt hätten. Im Falle Großbritanniens werde in der Pentagon-Nachricht erwogen, die bisher probritische Haltung der USA zum Anspruch Argentiniens auf die Falklands im Südatlantik zu überdenken.

London hatte zunächst die Nutzung von Militärbasen im Land für Angriffe auf den Iran untersagt, dann aber erlaubt. Trump hatte den britischen Premierminister Keir Starmer mehrfach dafür kritisiert. Angesprochen auf die Berichte aus den USA sagte der Regierungssprecher, Londons Position zu den Falklandinseln könne "nicht klarer sein".

Die Falklandinseln stehen seit 1833 unter britischer Verwaltung. 1982 griff Argentinien die Inseln an. Nach mehreren Niederlagen der argentinischen Streitkräfte unterzeichneten beide Seiten einen Waffenstillstand. Argentinien erhebt weiterhin Anspruch auf die Inselgruppe, die es Islas Malvinas nennt. 2013 sprachen sich die Bewohner der Inseln mit großer Mehrheit für einen Verbleib bei Großbritannien aus.

König Charles reist in die USA

Von der Nato gab es zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht. Beim größten Verteidigungsbündnis der Welt gibt es grundsätzlich keinerlei Verfahren, das bei unerwünschtem Verhalten Sanktionen vorsieht. Das Verhältnis der traditionell eng Verbündeten USA und Großbritannien ist derzeit unter anderem wegen des Iran-Kriegs gespannt. Hinzu kommt der Epstein-Skandal, in den auch der Bruder des britischen Königs Charles III. verwickelt ist.

Am Montag reist der König zu einem mehrtägigen Staatsbesuch nach Washington. US-Präsident Donald Trump will ihn und Königin Camilla im Weißen Haus empfangen und am Dienstag mit einem Staatsbankett ehren. Am gleichen Tag wird der Monarch eine Rede vor dem US-Kongress halten. 

Die Weigerung des britischen Premierministers Keir Starmer, sich dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran anzuschließen, hatte US-Präsident Trump in Rage gebracht. "Wir haben es hier nicht mit Winston Churchill zu tun", stichelte Trump im März in Anspielung auf den britischen Premier zu Weltkriegszeiten und schimpfte, die US-britischen Beziehungen seien "nicht mehr das, was sie mal waren". Starmer bekräftigte dagegen, Großbritannien werde sich nicht in den Iran-Krieg hineinziehen lassen: "Das ist nicht unser Krieg."

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

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