Politik

"Ich habe es satt"Keir Starmer wettert gegen Trump, Putin und Netanjahu

10.04.2026, 17:44 Uhr
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US-Präsident Donald Trump ist nicht der Einzige, der von Premierminister Keir Starmer eine Breitseite einstecken musste. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die hohen Energiepreise machen auch den Verbrauchern in Großbritannien zu schaffen. Der britische Premierminister hat die schwankenden Preise satt - und wird deutlich.

Der britische Premierminister Keir Starmer macht US-Präsident Donald Trump und den russischen Präsidenten Wladimir Putin für die weltweit steigenden Energiepreise verantwortlich. "Ich habe es satt, dass die Energiekosten von britischen Familien und Unternehmen wegen der Handlungen von Putin oder Trump am anderen Ende der Welt hoch- und runtergehen", sagte Starmer dem britischen Fernsehsender ITV in einem Interview.

Auch das Vorgehen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu scheint den britischen Regierungschef zu verärgern: "Das muss aufhören", sagte Starmer angesprochen auf die trotz Waffenruhe anhaltenden israelischen Angriffe auf den Libanon. "Es geht hier nicht um die technischen Fragen, ob es sich um einen Vertragsbruch handelt oder nicht." Großbritannien kenne nicht "alle Details des Waffenstillstands", sagte Starmer bei ITV. Er lehne die Angriffe auf den Libanon jedoch ab: "Lassen Sie mich das ganz klar sagen: Sie sind falsch."

Telefonat mit Trump

Starmer steht innenpolitisch wegen der steigenden Energiekosten und der schwächelnden britischen Wirtschaft unter Druck. Der britische Premier wurde zuletzt aber auch von Trump wiederholt angegriffen und auch verspottet, weil Großbritannien die USA nach Ansicht des US-Präsidenten im Kampf gegen den Iran nicht ausreichend unterstützt hat. Starmer betonte stets, dass Großbritannien sich nicht in den Krieg hineinziehen lassen werde.

Noch am Donnerstagabend telefonierten Starmer und Trump miteinander. Dem britischen Regierungssitz Downing Street zufolge waren sich die beiden einig, dass mit der vereinbarten Waffenruhe und einer Einigung über die Öffnung der Straße von Hormus "der nächste Schritt zur Lösungsfindung" anstehe. Bei ITV sagte Starmer, für eine offene Straße von Hormus müsse es eine "mautfreie Schifffahrt" geben.

Bei einem Treffen mit den Staatschefs von Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) verurteilte Starmer am Donnerstag zudem die iranischen Angriffe auf die Golfstaaten. Bei einem Gespräch mit dem Präsidenten der VAE, Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan, in Abu Dhabi seien sich beide einig gewesen, dass die iranischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur in der Region nicht zu rechtfertigen seien, teilte die Downing Street mit. Zudem erörterten sie die Lage in der Straße von Hormus und die Notwendigkeit, den freien Warenverkehr zur Unterstützung der globalen Lieferketten wiederherzustellen. Starmer sprach den Angaben zufolge auch mit dem König von Bahrain, Hamad bin Isa al-Chalifa.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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