Politik

"Dieser Account existiert nicht" Kevin Kühnert ist bei Twitter offline

Wer heute Nachmittag den Twitter-Account des SPD-Generalsekretärs ansteuert, sieht eine leere Seite. Zuvor hatte er heftigen Gegenwind für Äußerungen bei ntv über Panzerlieferungen an die Ukraine bekommen.

Der Twitter-Account von SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert ist nicht mehr erreichbar. Bislang war der 33-Jährige sehr aktiv auf der Social-Media-Plattform. Warum Nutzerinnen und Nutzer jetzt die Meldung "Dieser Account existiert nicht" angezeigt bekommen, wenn sie das Profil besuchen wollen, ist bislang noch unklar.

Erst am Morgen war Kühnert im "Frühstart" bei ntv zu Besuch. Dort sagte er, Deutschland werde im kommenden Winter zeigen, "dass es ein starkes Land ist".

Heftigen Gegenwind bekam er für Äußerungen zu Panzerlieferungen an die Ukraine. Noch kein Staat habe westliche Panzer an das von Russland überfallene Land geliefert, sagte Kühnert. Weiterhin gelte die Aussage, "dass wir nicht schleichend hineingezogen werden wollen in den Krieg, dass wir Russland nicht dazu animieren wollen, völlig irrational am Ende zu handeln und noch ganz andere Staaten anzugreifen". Das sei ein wichtiger Aspekt in der Auseinandersetzung. Und dieser Aspekt müsse - "bei allem heißen Herzen" - immer auch bedacht werden.

Der Politologe Jan Behrends schrieb dazu: "Sechs Monate Krieg, nichts dazugelernt." Kühnerts Auftritt wurde auch von anderen Seiten scharf kritisiert und von der ukrainischen "Prawda" aufgegriffen.

In Deutschland gingen die Koalitionspartner der SPD auf Distanz. Die Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang schrieb auf Twitter, diese Logik, "wenn wir mehr liefern, provozieren wir Russland", helfe am Ende nur autoritären Regimen. FDP-Chef Christian Lindner twitterte, vor der Tapferkeit der Ukrainerinnen und Ukrainer müsse man salutieren. "Wir müssen jeden Tag prüfen, ob wir noch mehr tun können, um ihnen in diesem Krieg beizustehen." Anders als Bundeskanzler Olaf Scholz und andere führende SPD-Politiker fügte Lindner hinzu, die Ukraine müsse diesen Krieg gewinnen.

Quelle: ntv.de, hvo/jki

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