Politik

"Fan von Leberwurst" Medwedew lästert über Scholz' Kiew-Besuch

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Hardliner in Moskau: Ex-Präsident Dmitri Medwedew stellt auch die Existenz der Ukraine infrage.

(Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Er galt mal als Hoffnungsträger, inzwischen fällt Russlands Ex-Präsident Medwedew durch radikalisierte Positionen auf. Auch zum Besuch von Kanzler Scholz in Kiew äußert er sich: "Die europäischen Fans von Fröschen, Leberwurst und Spaghetti lieben es, Kiew zu besuchen", schreibt er. "Mit null Nutzen."

Russlands früherer Präsident Dmitri Medwedew hat die gemeinsame Kiew-Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz, dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi als nutzlos kritisiert. "Die europäischen Fans von Fröschen, Leberwurst und Spaghetti lieben es, Kiew zu besuchen", schrieb Medwedew auf seinem Twitter-Account. "Mit null Nutzen."

Die Politiker müssten mit dem Zug reisen wie vor 100 Jahren. Sie stellten der Ukraine eine EU-Mitgliedschaft und "alte Haubitzen" in Aussicht, meinte Medwedew, der mittlerweile stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates ist. "Das ist alles gut. Aber es wird die Ukraine nicht näher in Richtung Frieden bringen. Die Uhr tickt."

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Scholz, Macron und Draghi waren in der Nacht nach Kiew gereist, um sich dort mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu treffen. Medwedew war zwischen 2008 und 2012 Kremlchef und galt damals vielen als Hoffnungsträger. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine äußerte er sich aber vielfach abfällig über das Nachbarland sowie über westliche Staaten. In der Ukraine werden seine Aussagen als Beleg dafür gesehen, dass Moskaus offizielles Kriegsziel - die "Befreiung" des Donbass - nur ein Vorwand für die Vernichtung der gesamten ukrainischen Kultur sei.

Medwedew stellt Existenz der Ukraine infrage

Erst am Mittwoch hatte Medwedew in einem Beitrag auf Telegram das Fortbestehen der Ukraine als souveräner Staat infrage gestellt und damit einmal mehr für Aufsehen gesorgt. Er habe gelesen, die Ukraine wolle Verträge über die Lieferung von US-amerikanischem Flüssiggas für zwei Jahre abschließen, schrieb Medwedew auf Telegram. Dann fügte er hinzu: "Nur eine Frage: Wer hat denn gesagt, dass die Ukraine in zwei Jahren überhaupt noch auf der Weltkarte existieren wird?"

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

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