Politik

"Alle gegen alle" Kiew und Separatisten tauschen Gefangene aus

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Ein ukrainischer Soldat bewacht während eines Gefangenenaustausches zwischen der Regierung in Kiew und den prorussischen Separatisten ein Gebiet in der Nähe von Odradiwka, Ostukraine.

(Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa)

Sie kommen mit Bussen zu einem Kontrollpunkt in der Region Donezk: Gefangene der Regierung in Kiew von der einen Seite, Gefangene der prorussischen Separatisten von der anderen. Ihr Austausch ist eines der wichtigsten Ergebnisse des Ukraine-Gipfels vor gut drei Wochen.

In der Ostukraine hat der angekündigte Gefangenenaustausch zwischen der ukrainischen Regierung und pro-russischen Rebellen begonnen. Der Austausch finde am Kontrollposten Majorske in der Region Donezk statt, erklärte das ukrainische Präsidialamt bei Twitter.

Im russischen und ukrainischen Fernsehen war zu sehen, wie Fahrzeuge zu der Kontrollstelle nahe der Rebellenhochburg Horliwka fuhren. Auf Live-Aufnahmen, die vom ukrainischen Präsidentenbüro übertragen wurden, waren zwei Busse zu sehen, die auf einem von ukrainischen Soldaten bewachten Feld in der Nähe des Dorfes Odradivka, im von Kiew kontrollierten Gebiet, etwa zehn Kilometer von der Frontlinie entfernt, ankamen. Journalisten war der Zugang zu dem Gebiet nicht gestattet.

Nach früheren Angaben wollten die Separatisten 55 Gefangene freilassen, Kiew im Gegenzug 87. Beide Seiten erklärten aber, dass die Zahlen nicht endgültig seien. Ukrainische Medien berichteten, die pro-russischen Rebellen würden hauptsächlich Angehörige der ukrainischen Armee sowie inhaftierte Aktivisten und Journalisten freilassen.

Ergebnis von Paris

Beim Ukraine-Gipfel vor gut drei Wochen in Paris war der Austausch nach der Formel "alle gegen alle" bis Ende Dezember vereinbart worden. Die Einigung zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und seinem russischen Kollegen Wladimir Putin kam unter Vermittlung von Deutschland und Frankreich zustande.

Einen ersten großen Gefangenenaustausch in dem seit 2014 währenden Ukraine-Konflikt hatte es Anfang September gegeben. Damals tauschten die Ukraine und Russland jeweils 35 Gefangene aus. Das war als Zeichen möglicher Fortschritte bei einer Lösung des Ukraine-Konflikts gewertet worden. Unter den Freigelassenen waren die 24 ukrainischen Matrosen gewesen, die mehrere Monate in russischer Haft gesessen hatten. In Freiheit kam außerdem der ukrainische Regisseur Oleg Senzow. In den ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk stehen sich ukrainische Regierungstruppen und prorussische Separatisten gegenüber. In dem Konflikt sind nach UN-Schätzung seit 2014 rund 13.000 Menschen ums Leben gekommen.

Quelle: ntv.de, sba/dpa/AFP