Politik

Verkehrschaos durch Kontrollen Kilometerlange Staus an den Grenzen

Im Zuge der verschärften Kontrollen an den Grenzen zu Österreich und Tschechien bilden sich kilometerlange Staus auf den Autobahnen. Reisende müssen teils stundenlang auf ihre Weiterfahrt warten. In Sachsen verteilen Helfer bei Eiseskälte inzwischen warmen Tee und Decken.

An der deutsch-tschechischen Grenze der Autobahn 17 von Prag nach Dresden hat sich am Morgen in Breitenau wegen der Einreisekontrollen ein kilometerlanger Stau gebildet. Wie die Bundespolizeidirektion Pirna auf Anfrage mitteilte, kann die Einreise mehrere Stunden Wartezeit in Anspruch nehmen. Bereits am Sonntag hatten Reisende ein bis zwei Stunden für die Weiterreise gebraucht. Die Kontrollen waren aufgrund der hohen Inzidenzzahlen im Nachbarland Tschechien eingeführt worden.

"Wir haben aktuell eine angespannte Verkehrssituation", sagte Christian Meinhold, Sprecher der Bundespolizeidirektion Pirna. Man habe aber sofort reagiert. An Hilfsorganisationen sei die Bitte ergangen, sich bei den frostigen Temperaturen um die Betroffenen in ihren Fahrzeugen zu kümmern. Das Deutsche Rote Kreuz und die Johanniter würden Tee und bei Bedarf auch Decken bereitstellen. Für den Güterverkehr habe man eine vorgelagerte Kontrollstelle eingerichtet, um die Abfertigung zu beschleunigen.

Man stehe mit den tschechischen Behörden in Verbindung, um den Verkehrsfluss zu organisieren. Autofahrer, die aufgrund der Bestimmungen einreisen dürfen und über alle notwendigen Dokumente verfügen, sollen auch auf nahe gelegene Grenzübergänge ausweichen. "Nach wie vor haben viele Reisende die erforderlichen Dokumente nicht oder nicht vollständig dabei", sagte Meinhold. Das gelte in erster Linie für die digitale Einreiseanmeldung und den Corona-Test. Die Testkapazität an der Grenze in Breitenau sei ausgeweitet worden.

Auch in Bayern lange Staus

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In Bayern gab es ebenfalls vor allem an der Grenze zu Tschechien an der Autobahn 6 bei Waidhaus längere Verzögerungen. Am Grenzübergang Philippsreut staute sich der Verkehr aus Richtung Tschechien nach Deutschland zeitweise so stark, dass Lastwagen- und Autofahrer drei Stunden warten mussten, wie ein Sprecher der Bundespolizei in Passau sagte. Ein Grund seien hier die örtlichen Gegebenheiten mit nur einer gemeinsamen Spur für Lastwagen und Autos.

In Richtung Tirol blieb es hingegen am Grenzübergang Kiefersfelden wie schon am Sonntag beim Autoverkehr weitgehend ruhig. Bei Lastwagen staute sich der Verkehr hingegen über mehr als 20 Kilometer wegen einer Blockabfertigung in Tirol. Tschechien, die Slowakei und Tirol waren von der Bundesregierung wegen der dort verstärkt aufgetretenen Mutanten des Coronavirus als sogenannte Virusvariantengebiete eingestuft worden, was zu strengen Einreisebeschränkungen führte.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP

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