Politik

Journalisten als Zeugen Kim lässt angeblich Testgelände sprengen

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Journalisten aus den USA, Südkorea, Großbritannien, China und Japan waren dabei, als das Testgelände gesprengt wurde.

(Foto: AP)

Vor den Augen von internationalen Pressevertretern zerstört Nordkorea sein Atomtestgelände Punggye-ri. Machthaber Kim will damit vor dem Gipfel mit den USA guten Willen demonstrieren. Dabei war das Gelände Experten zufolge ohnehin nicht mehr nutzbar.

Nordkorea hat nach Medienberichten sein umstrittenes Atomtestgelände Punggye-ri unbrauchbar gemacht. Einer seiner Korrespondenten sei Zeuge mehrerer Explosionen geworden, berichtete der US-Sender CBS. Nordkorea habe mitgeteilt, dass die Anlage im Nordosten des Landes zerstört worden sei. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete, es habe über den Tag hinweg eine ganze Reihe von Explosionen gegeben.

Bereits am Mittwoch war ein Sonderzug mit Journalisten aus den USA, Südkorea, Großbritannien, China und Japan aus Wonsan an der nordkoreanischen Ostküste abgefahren, um sie in die Bergregion um den Testkomplex im Nordosten des Landes zu bringen. Nordkorea hatte erklärt, die Anlage vor den Augen ausländischer Journalisten zwischen Mittwoch und Freitag sprengen zu lassen. "Es geht los", twitterte Michael Greenfield vom britischen Sender Sky News kurz nach der Abfahrt. Das abgelegene Gelände befindet sich etwa zwölf Stunden entfernt von Wonsan.

Die Schließung ist ein symbolischer Schritt, mit dem Pjöngjang seine Bereitschaft zum Abbau seines Atomprogramms demonstriert. Die nordkoreanische Führung hatte ungeachtet der zuletzt von der US-Regierung geäußerten Zweifel an einem Gipfeltreffen mit Nordkorea daran festgehalten. Pjöngjang hatte die Zerstörung als eine Geste des guten Willens vor dem für Mitte Juni geplanten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bezeichnet.

Vernichtet Kim nur Unbrauchbares?

Experten sind geteilter Ansicht bei der Frage, ob die Zerstörung der Anlage tatsächlich ein Zeichen des guten Willens vonseiten Nordkoreas ist. Skeptikern zufolge hat das Gelände mit den dort vollzogenen Atomtests ohnehin bereits das Ende seiner Lebensdauer erreicht.

US-Präsident Donald Trump hatte Pjöngjang umfangreiche Sicherheiten in Aussicht gestellt, sollte ein erfolgreiches Atomabkommen zwischen beiden Seiten zustande kommen. Am Dienstag stellte Trump jedoch den Termin für sein geplantes Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am 12. Juni in Singapur infrage. Die USA bestehen weiterhin auf einem kompletten Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa/AFP