Politik

Zurück in Nordkoreas Politbüro Kim verhilft seiner Schwester zum Comeback

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Kim Yo Jong im Windschatten ihres Bruders.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un arbeitet derzeit offenbar an der Architektur der Führung des abgeschotteten Landes. Seine Schwester, eines der bekanntesten Gesichter der Diktatur, darf sich über ein schnelles Comeback im Politbüro freuen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat seine einflussreiche Schwester erneut auf eine höhere Position im Führungszirkel der im Land herrschenden Arbeiterpartei befördert. Der Name Kim Yo Jongs tauchte am Sonntag in den Berichten der Staatsmedien über die Wahl zweier Funktionäre zu "alternativen Mitgliedern" des Politischen Büros des Zentralkomitees der Partei auf. Das Politbüro tagte den Berichten zufolge unter Vorsitz von Kim Jong Un am Samstag in Pjöngjang. Demnach wurden auch Posten innerhalb anderer Parteigremien umbesetzt.

Die erneute Berufung Kim Yo Jongs ins Politbüro spiegelt nach Meinung von Beobachtern ihre wachsende Rolle an der Seite ihres älteren Bruders als Beraterin wider. Kim Yo Jong ist nach Berichten südkoreanischer Medien 32 Jahre alt. Das Politbüro gilt als höchstes Vollzugsorgan innerhalb des Zentralkomitees. Die Schwester wurde im Oktober 2017 zum ersten Mal zum "alternativen Mitglied" des Politbüros ernannt.

Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap wurde sie vor einem Jahr bei einer Plenarsitzung der Arbeiterpartei aus dem Büro entfernt, behielt aber weiter hochrangige Posten. Die Entlassung sei etwa zwei Monate nach dem gescheiterten Gipfel zwischen Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump in Vietnam erfolgt. Beide konnten sich nicht auf einen Fahrplan für die atomare Abrüstung Nordkoreas und die Gegenleistungen der USA einigen. Kim Yo Jong hatte ihren Bruder damals begleitet und kümmerte sich um Protokollfragen.

Anfang März dieses Jahres hatte Nordkorea zum ersten Mal eine offizielle Erklärung im Namen von Kim Yo Jong veröffentlicht. Darin reagierte sie mit wütenden Verbalattacken auf die Kritik der südkoreanischen Regierung an neuen nordkoreanischen Raketentests.

Quelle: ntv.de, ter/dpa