Politik

Mehrere Tote bei Anschlag Kind sprengt sich in Kabul in die Luft

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Sicherheitskräfte sichern den Ort des Anschlags.

(Foto: imago/Xinhua)

Zwischen 10 und 14 Jahre alt soll der Selbstmordattentäter sein, der in Kabul einen Sprengsatz zündet. Mehrere Menschen sterben dabei, Dutzende werden verletzt. Der Täter hatte sich in eine schwer bewachte Zone eingeschlichen.

Ein Kind hat sich im Diplomaten- und Regierungsviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul in die Luft gesprengt und mindestens fünf Menschen mit in den Tod gerissen. 20 Menschen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Zuvor war von 23 Verletzten die Rede gewesen.

Ein Sprecher der Kabuler Polizei erklärte, alle Opfer seien Afghanen und Zivilisten. Der Attentäter sei wohl zwischen zehn und 14 Jahre alt gewesen. Zuvor hatte er das Alter auf zwölf oder 13 geschätzt. Auf Videobildern sei zu sehen, wie der Junge eine Plastiktüte die Straße hinunter trug. Möglicherweise sei er aber unwissentlich in die Sache hineingeraten. Es sei zumindest möglich, dass jemand ihm die Bombe gegeben habe, ohne dass er davon wusste. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich.

Auf wen oder was genau der Attentäter oder seine Auftraggeber es abgesehen hatte, blieb zunächst unklar. Er habe sich mitten auf einem Bürgersteig in der sogenannten Grünen Zone in die Luft gesprengt, sagte der Polizeisprecher. In der Nähe lägen "die Büros des staatlichen Fernsehens, ausländische Botschaften und das Büro für auswärtige Beziehungen des Verteidigungsministeriums". Aus einer Stellungnahme des Ministeriums ging hervor, dass Ministeriumsangestellte nicht betroffen waren.

Der Attentäter hatte sich offenbar problemlos in eine schwerbewachte Zone eingeschlichen. Die sogenannte Straße 14 führt in einen normalerweise an allen Zugangsstraßen abgesperrten Block, in dem sich unter anderem das Nato-Hauptquartier, der Präsidentenpalast, die US-Botschaft, die britische Botschaft und das Büro der Weltbank befinden. An einem anderen Ende des Blocks liegt auch die deutsche Botschaft, vor der Ende Mai eine schwere Lastwagenbombe explodiert war und das Gebäude schwer beschädigt hatte. Rund 150 Menschen starben damals.

Seit Jahresanfang hat es in Kabul damit 17 schwere Anschläge mit Hunderten Toten und Verletzten gegeben. Hinter ihnen steckten sowohl die radikalislamischen Taliban als auch der IS. Kämpfer des sunnitischen IS hatten erst vor elf Tagen eine schiitische Moschee angegriffen und 71 Menschen getötet. Am selben Tag waren in einem Selbstmordanschlag der Taliban auf den Bus einer Militärakademie 15 Menschen ums Leben gekommen.

Die prekäre Sicherheitslage in Afghanistan ist auch ein Thema in Deutschland. So gibt es immer wieder Kritik an Abschiebeflügen mit abgelehnten Asylbewerbern, die zurück nach Afghanistan gebracht werden. Zuletzt wurden vergangene Woche 14 Afghanen in ihre Heimat gebracht.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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