Politik

Streit um Wasserressourcen Kirgistan und Tadschikistan wenden Krieg ab

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Unter anderem diese Schule in der kirgisischen Ortschaft Maksat soll bei den Gefechten zerstört worden sein.

(Foto: picture alliance/dpa/Sputnik)

Soldaten aus Kirgistan und Tadschikistan liefern sich vergangene Woche die heftigsten Kämpfe seit Jahren. Doch die vereinbarte Waffenruhe scheint zu halten - obwohl Tausende Bürger am Wochenende für ihre Bewaffnung demonstrieren, um sich am Nachbarn rächen zu können.

Nach einem neuen Anlauf für einen Waffenstillstand hat sich die Lage an der Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan in Zentralasien beruhigt. Die Situation sei stabil, teilte der kirgisische Grenzschutz dem Internetportal 24kg.org zufolge mit. Auf beiden Seiten würden wie vereinbart Truppen abgezogen. Präsident Sadyr Schaparow rief seine Landsleute zudem auf, die Waffenruhe mit dem Nachbarland einzuhalten.

Zuvor hatte Tadschikistans Präsident Emomali Rachmon mit seinem kirgisischen Kollegen Schaparow telefoniert. Die beiden Staatsoberhäupter vereinbarten ein Treffen. Der Zeitpunkt war zunächst offen. Russland rief beide Seiten am Wochenende einmal mehr auf, den Konflikt auf diplomatischem Wege zu lösen. Die Türkei bot wie zuvor schon die EU ihre Unterstützung an.

Soldaten aus Kirgistan und Tadschikistan hatten sich am Donnerstag die heftigsten Kämpfe seit Jahren geliefert. Nach neuen kirgisischen Angaben wurden dabei mindestens 34 Menschen getötet und mehr als 120 weitere verletzt. Das autoritär regierte und isolierte Tadschikistan sprach bislang nur von zwei Verletzten. Mehr als 10.000 Menschen seien aus zwei Bezirken an der Grenze in Sicherheit gebracht worden.

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Der Konflikt war eskaliert, als tadschikische Beamte eine Videokamera in der Nähe einer Wasserverteilerstation installieren wollten. Kirgisische Bürger wehrten sich dagegen. Sie warfen Medienberichten zufolge zunächst mit Steinen. Dann verstärkten beide Seiten ihre Grenztruppen, die dann aufeinander schossen. Die Regierungen beider Länder an der Grenze zu China gaben sich gegenseitig die Schuld an der Eskalation. Am Samstag hatten mehrere Tausend Menschen in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek für ihre Bewaffnung demonstriert, um sich zu rächen.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatten die zentralasiatischen Republiken 1991 ihre Eigenständigkeit erlangt. Um fast die Hälfte der beinahe 1000 Kilometer langen Grenze gibt es aber seit Jahrzehnten Streit und auch immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen. Die ungewöhnlich heftigen Kämpfe am Donnerstag weckten jedoch Befürchtungen, der Konflikt könnte eskalieren.

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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